Hallo? Hallo! Die Zahlen sind eindrücklich: Rund 700’000 Menschen sind in der Schweiz von einer Hörschwäche betroffen. «Viele wissen es nicht oder unternehmen zu spät etwas dagegen», sagt Rolf Auer, Präsident des Schwerhörigen-Vereins Basel. Aus diesem Grund hat er die Kampagne «Loos emol!» ins Leben gerufen und dafür seit März dieses Jahres namhafte Partner an Bord geholt. «Meine grosse Liebe zur Pfeifer- und Trommelmusik hat mich fast mein Gehör gekostet», erklärt beispielsweise Silvia Fuchs, Inhaberin einer Pfeiferschule. Und Schnitzelbänggler Karli Schweizer fügt in der Werbekampagne der unter anderem von den Kantonen Basel-Stadt und Baselland unterstützten Aktion an: «Wenn ich die Fasnacht nicht mehr hören könnte, würde mir viel fehlen.» Nicht zuletzt diese zwei bekannten Fasnachts-Exponenten sollen nun kräftig mithelfen, die Sensibilisierung auf das Thema Gehör auch rund um «die drey scheenschte Dääg» voranzutreiben.
«Meistens pfiff ich ohne Hörschutz, wie dies bei vielen Pfeifern üblich ist», so Fuchs. «Diese über Jahre dauernde grosse Lärmbelastung blieb nicht ohne Folgen: Zuerst stellte ich fest, dass ich zunehmend Mühe hatte, in einem Gespräch zu verstehen, was gesagt wurde.» Während zwei Jahren verschlimmerte sich das Problem zusehends und erreichte an der Fasnacht 2006 seinen Höhepunkt. «Ein ausführlicher Hörtest zeigte, dass ich einen Gehörschaden, vergleichbar mit einem Strassenarbeiter oder Schreiner, hatte und hochgradig lärmempfindlich war», blickt Fuchs zurück. «Rechtzeitig etwas zu unternehmen, ist wichtig. Wenn man zulange wartet, ist es irgendwann vielleicht zu spät.»
Ein dumpfes Gefühl und das Pfeifen in den Ohren nach einem Abend im Probelokal kann im besten Fall tagsdarauf verschwunden sein. «Doch das Gehör vergisst nicht», gibt die Kampagne «Loos emol!» auf einem Gutschein zu bedenken, der Fasnächtlerinnen und Fasnächtlern zu einem kostenlosen Hörtest sowie zum Bezug eines Hörschutzes zum Vorzugspreis animieren soll (Download siehe unten). So sollen langfristig irreparable Schäden vermieden werden. «Sobald man in einer Probe oder auch beim Üben zu Hause die Lautstärke unangenehm findet, sollte man einen Hörschutz verwenden», gibt Fuchs aus heutiger Sicht als Top-Tipp mit auf den Weg.
Weitere Informationen:
Download Gutschein für Fasnächtler/innen (PDF-Dokument)
Homepage der Kampagne «Loos emol!»



