Der zehnte Sternmarsch der «Basler Guggemusig Gmeinschaft (BGG)» vom 13. September 2008 stand wettermässig unter einem denkbar schlechten Stern. Doch obwohl es den ganzen Tag regnete wurde der tolle Einsatz der Glaibasler Schränz-Brieder, Grunz-Gaischter, Mohrekopf, Ohregribler, Orginal Chnulleri, Pumperniggel, Räpplischpalter und Rätsch-Beeri mit einem erfreulich guten Sammelergebnis belohnt. Der Spendenempfänger im Jubiläumsjahr ist die Stiftung «Cystische Fibrose Patienten der Nordwestschweiz». Die Checkübergabe fand gestern Abend im Keller der Guggemusig Orginal Chnulleri statt. Musikalisch umrahmt wurde die Feier vom «Trio Galgenvögel» mit rassigen Melodien von «You are my sunshine» bis zum «Pferdehalfter», welcher noch immer an der Wand hängt.
«Es war erstmals in der Sternmarschgeschichte durchs Band ein „Schysswetter“, denn es regnete an dem Tag nur ein Mal», so BGG-Präsident Daniel Bachmann zu Beginn seiner Begrüssung. Daher dankt er den acht Formationen für ihren bei widrigen Verhältnissen geleisteten superguten Job. Alle haben auf die Zähne gebissen und dem Wetter zum Trotz mitgemacht. Sein Dank galt auch den vielen Sponsoren, sowie der Polizei und der BVB für die Unterstützung während des Sternmarsches.
Regierungspräsident Guy Morin hatte dieses Jahr die Schirmherrschaft übernommen. Er dankt den Guggen, dass sie nicht nur das Jahr hindurch und an den „drey scheenschte Dääg“ musizieren, sondern sich daneben in ihrer Freizeit auch für kranke Menschen engagieren. «Dies ist ein wichtiges Verständnis für das Zusammenleben, denn der Staat allein kann nicht alles machen. Daher braucht es auch solche Eigeninitiativen», führte Morin aus. Er sei heute Abend auch gerne gekommen. «Letztes Jahr war ich schon im Mohrekopf-Keller. Ob ich Gelegenheit habe alle Guggekeller kennen zu lernen hängt davon ab, wie oft ich – und sei es in stiller Wahl – wiedergewählt werde», bemerkte er schmunzelnd.
Als Regierungsrat werde man oft gefragt, ob Repräsentationsaufgaben nicht lästig seien. Morin sieht darin eine einmalige Gelegenheit, direkten Kontakt mit der Bevölkerung zu haben. Aus seiner Tätigkeit als Arzt kennt er die Cystische Fibrose. Daher weiss er, dass trotz dem tragischem Unfall beim Schweisstest im Kinderspital dieser nötig ist, um die Krankheit bei Säuglingen zu erkennen.
«Allen Teilnehmern im Namen der Stiftung und von rund 80 Familien in der Nordwestschweiz ein ganz herzliches Dankeschön dafür, dass sie bei diesem Sauwetter rausgingen und schränzten, dass sich die Gassen bogen», so Dieter Wullschleger einleitend. Cystische Fibrose ist keine sichtbare Krankheit. Sie ist für die Eltern nicht leicht zu verdauen. Daher engagieren sich nicht viele, sondern halten sich zurück. Doch ohne Eigeninitiative kann nicht geholfen werden. «Unsere Kinder erhalten IV. Diese wird von vielen missbraucht. Von unseren Kindern nicht», stellte Wullschleger klar. Doch die IV bezahlt nicht alles. «Jedem Junkie schiesst man alles nach, unseren Kindern nicht», so Wullschleger mit bitterem Unterton. Daher ermöglicht die Stiftung beispielsweise einem Kind einen Flötenkurs, oder ein hochintelligenter Junge erhält zu Hause eine Sprossenwand für Übungen installiert.
«Als angefressener Drummelhund danke ich allen Schränzschwestern und Schränzbrüdern für ihre Unterstützung», mit diesen Worten schloss Wullschleger. Es sollten nicht seine letzten sein. Denn weder er, welcher selber zusammen mit der Feuerwehr am Sternmarsch mitgesammelt hat noch die anwesenden Guggenvertreter hatten gedacht dass es so viel werden könne. Als Morin ihm den Check über 10’000 Franken überreichte sagte er: «Es haut mich vom Stuhl. Nie hätte ich mit einer solch hohen Summe gerechnet». Ein schöneres Schlusswort hätte es gar nicht geben können.



