S’Ridicule 2009: Jubiläumsprogramm präsentiert zwei «Special Guests»

11. Dezember 2008 | Von | Kategorie: Nachrichten

Es klingt etwas nach Karneval und Humba-humba-täterä: «Presse-Info, Donnerstag, 11. 12. um 11 Uhr 12». Doch es ist die Einladung für s’Ridicule 2009. Im Foyer der Helmut Förnbacher Theater Company im Badischen Bahnhof, zwischen Plakaten und Lithos von Celestino Piatti, erzählte der Hausherr über sein Theater und das Jubiläumsprogramm «10 Joor s’Ridicule – e Nase voll Fasnacht – Fasnacht fir s Härz». Einleitend erklärte Förnbacher schmunzelnd: «Wir sind nicht nur das einzige Theater, wo der Zuschauerraum in der Schweiz liegt und die Toilette in Deutschland ist, sondern auch das fruchtbarste. Denn immer wieder bekommt in letzter Zeit ein Ensemblemitglied ein Kind».

Traditionsgemäss sind es die Liebhaber der leisen, poetischen, aber durchaus auch lustigen Töne und des literarisch-politischen Cabarets, welche hier voll auf ihre Kosten kommen. Die Texte stammen von Paul Göttin, Hansruedi Hartmann, Peter Heitz, Yvette Kolb, Georges Merkofer und Carl Miville. Nicht fehlen darf dabei natürlich die aus dem Kiechli legendäre, vor zwei Jahren im Ridicule wieder auferstandene Balkonszene. Gespielt werden die Rahmenstücke von Patrick Bardelli, Victor Behounek, Helmut Förnbacher, Carl Miville, Kristina Nel und Stefan Uehlinger.

Den musikalischen Teil bestreitet die Tambourengruppe «pianoforte vs. Los Locos» unter der Leitung von Nicola Dreier, die Pfeifer der «UFS» (mit der aktuellen und drei «älteren» Pfeiferköniginnen!), Leitung Michèle Aberlin, «d Swingvögel» von Victor Behounek sowie als Special Guest ein Star-Tambour aus Washington. Die Gilde der Bänggler vertreten «d Gwäägi» und «d Ständerlampe» vom Comité 2000, sowie der Comité-Bangg «dr Spitzbueb». Zum ersten Mal in Basel und exklusiv für s’Ridicule treten als weiterer Gast «d Stedtlisinger us Lieschtel» auf. Das Konzept stammt von Helmut Förnbacher, welcher auch Regie führt.

Wenn Helmut Förnbacher von seinem Theater erzählt, dann kommt er richtig ins Schwärmen. Einen besseren Rahmen als die alte Zollhalle, in der jetzt gespielt wird kann er sich nicht vorstellen. Das Theater versprühe einen speziellen Charme – «hier spürt man noch jeden einzelnen Trommelschlag», fügt Förnbacher an. Und die Texte könnten intim vorgetragen werden. Dazu komme noch die ideale Lage, befänden sich doch Tram- und Busanschluss direkt vor der Haustüre. Die Besucher aus dem Baselbiet und aus dem Grenzbezirk wissen das nahegelegene grosse Parkhaus zu schätzen. «Woher der Ruf kommt, wir seien ein elitäres Theater und ständig ausverkauft, weiss ich nicht» erklärte Förnbacher. Es gibt also für alle Vorstellungen noch genügend Tickets.

Ursprünglich spielte er und das Basler Theater im ehemaligen Erstklass-Buffet des Badischen Bahnhofs, (jetzt Gare du Nord). Nach Jahren mit ständig wechselnden Spielorten durfte auch die Company dort spielen. Als Regisseur Christoph Schlingensief in einer Inszenierung für das Basler Theater aber Schauspieler und Publikum so animierte, dass sie Stühle und Tische aus Türen und Fenster warfen, war Schluss. Förnbacher konnte das Theater provisorisch für ein halbes Jahr mieten. Dann durften sie die alte, leerstellende Zollhalle (welche auch vorher schon z.B. vom Theater Basel als externer Spielort benutzt wurde) in ein Theater mit Bühne, Zuschauer-Tribühne und Foyer umfunktionieren. Der Vertrag wurde immer wieder für ein Jahr verlängert und das ist jetzt bals elf Jahre her. Dass er als Filmemacher in Deutschland Hartmut Medhorn, den Vorsitzenden der Deutschen Bahn AG kennen lernte, erwies sich als Glücksfall. Dank ihm sei der Spielort für die nächsten drei bis vier Jahre gesichert.