Das Motto 2009: «Jetz simmer laggiert!»

30. Dezember 2008 | Von | Kategorie: Nachrichten

Wie jedes Jahr lud das Fasnachtscomité die Medienvertreter kurz vor dem Jahreswechsel zur Vernissage der neuen Fasnachtsplakette ins Volkshaus. Und «wie allewyyl» erschienen die Vertreter von Presse, Radio und Fernsehen zur «bestbesuchten Vernissage Basels» in hellen Scharen.

«Bald ist sie vorbei, die fasnachtslose, die schreckliche Zeit», verkündet Comité-Obmann Felix Rudolf von Rohr einleitend. Er betrachtet die Fasnacht als den grössten Kulturevent im Basler Jahr. Dies im Gegensatz zu der Basler Zeitung. Denn in ihrem heutigen «bazkulturmagazin.» ist in der Rubrik «Wann beginnt was? Wichtige Kulturtermine im neuen Jahr» die Fasnacht mit keiner Zeile erwähnt!

«Es hat uns eine erfreuliche Zahl an Einsendungen zum Plaketten-Wettbewerb 2009 erreicht», berichtet Comitémitglied Christoph Bürgin. 89 Entwürfe von 59 verschiedenen Künstlern (7 Frauen, 52 Männer) sind eingegangen. Die beliebtesten sujetbezogenen Motive waren «Euro 08», «Fasnachtsnachwuchs», «Bauwerke», «Energiesparen», «Politik», «Kunst» und «Tattoo». Die meisten Entwürfe stellten aber einmal mehr allgemeine, nichtsujetbezogene Fasnachtsthemen dar. Ausgewählt wurde in einem mehrstündigen Auswahlverfahren der Vorschlag von Roger Sigrist. Er ist 46 Jahre alt und arbeitet als freischaffender Künstler in seinem Larvenatelier «zum Dolgge» in Binningen. Der gelernte Graveur hat seine Ausbildung beim «Blaggedde-Müller» gemach. Die 93. Fasnachtsplakette ist die erste, welche dem Thema Larvenkünstler gewidmet ist.

Wie Sigrist erklärt ist er als Larvenmacher beim Betreten des Ateliers immer wieder fasziniert von den weissen Larven, welche an den Wänden hängen. «Die Larve ist ein wichtiges Element der Fasnacht, aus meiner Sicht sogar das wichtigste. Das „zweite Gesicht“ erlaubt es dem Fasnächtler, eine andere Rolle anzunehmen und in die Fasnachtswelt abzutauchen«, erklärt Sigrist. Die Larven hängen im Atelier neben und übereinander. Für die Plakette hat er ein Quadrat gewählt und so aus den Larven ein Bild gemacht. Dargestellt sind die klassischen Fasnachtsfiguren wie «Alti Dante», «dr Bebbi», «Ueli» «Clown» «Dummpeter», «Harlekin» oder «Waggis». Es hat aber auch Fantasiefiguren. Unten in der Mitte steht der Larvenmaler mit seinem Pinsel. Er erweckt die Larven zum Leben. Beim Bijou stehen die Larven in einem Rahmen. «Damit die Fasnacht nicht aus dem Rahmen fällt» , wie Rudolf von Rohr erklärte. Und die Farbpalette auf der Goldplakette gehört, dem Griffloch nach zu schliessen einem Linkshänder, welcher die Palette mit der rechten Hand hält.

In seiner bekannten Art hat Rudolf von Rohr die Plakette wieder in Versform vorgestellt:

Jetz simmer laggiert!

Fir d Blagette, wo jetz am Graage

e jeedi und jeede sott draage,

het dr Kinschtler seer vyl iberleggt.

Er haisst Roger Sigrist, e Junge.

Sy Kunschtwärgg isch mee als nuur glunge:

Doo hämmer e Gliggsfall entdeggt.

Zeerscht gseet men uff dääre Blagette

die Laarve, wo gmoolt wäärde wette

und drunder dr Mooler, wo moolt.

Mit Bämsle und Gratze und Glääbe

bikemme die Gsichter jetz Lääbe,

und glyy wäärden alli scho ghoolt.

Fir dass aber nyt duet verheie,

im Fall s kunnt scho schiffe und schneie

und s Gsicht nit d Visage verliert

duet men alles no guet impregniere

bis d Laarve denn froo jubiliere:

S isch guet soo: JETZ SIMMER LAGGIERT!

Laggiert simmer alli, muesch wisse.

Laggiert haisst drum au: Mer sinn bschisse,

und daas hämmer s letscht Joor jo gspyyrt.

Was d Bangge und d Wirtschaft is bschäärt hänn,

d Babyyr, wo kai Santym me wäärt hänn,

und kain me, wo ebbis verstyyrt.

Doch daas, wo dr Wäärt no ka bhalte,

und s Portefeuille no poositiv gstalte,

isch s faasnächtlig Eedelmetall:

D Blagette muesch kaufe und sammle,

denn die wird uff kai Fall vergammle.

Und s Comité danggt jeedefall!

Das Motto «jetz simmer laggiert» stammt von Corina Christen. An der Medieninformation erschien sie an zwei Krücken. «Ein Beweis, dass Fasnacht gesünder ist als Skifahren», wie Rudolf von Rohr schmunzelnd anmerkte. Sie fragte sich bei der Betrachtung des Entwurfes, was mit den Larven wohl passieren würde. «Sie werden lackiert», fiel ihr ein. Und schon war das Motto 2009 geboren. Doch lackiert sind nicht nur die Larven sondern wir alle. Die Doppeldeutigkeit des Wortes hat das Comité fasziniert und wurde so zum Motto für die Fasnacht 09. «Die momentan einzig krisensichere Bank ist der Schnitzelbangg», fügte Rudolf von Rohr lächelnd an.

Die Plakettenpreise bleiben unverändert. Kupfer kostet 8 Franken, Silber 15 Franken, Gold 45 Franken und das Bijou 100 Franken. Die Cliquen erhalten 30 Prozent des Verkaufspreises. Und wie gehabt ist die Plakette gleichzeitig das Eintrittsticket am Eröffnungstag der «muba» am 13. Februar 2009. In den Verkauf gelangen die Plaketten ab Samstag, 10. Januar 2009.

Detail-Ansichten (zVg. Fasnachts-Comité):

Bijou

Gold

Silber

Kupfer

Weitere Informationen:

Homepage Fasnachts-Comité