Männerhäupter gekrönt: Könige sind Lukas Minder und René Stauffenegger

9. Februar 2009 | Von | Kategorie: Nachrichten

Kurz nach Mitternacht jubeln sie, die beiden Könige im Festsaal der Messe Basel. Lukas Minder (Seibi) hat im Kostüm eines Strassenwischers mit seinen prächtigen «Mätzli» alle seine hochklassigen Mitkonkurrenten weggefegt und wird zum Tambourenkönig 2009 gekrönt. René Stauffenegger (Naarebaschi) hat den «Luuser» gezogen und erweist sich als alles andere als ein Looser. Er pfeift den Marsch derart brillant, dass er die zehnjährige Vorherrschaft der Pfeiferinnen mit seinem Sieg beenden kann. Der letzte männliche Pfeiferkönig hiess im Jahre 1998 – René Stauffenegger (siehe «Die Wurzeln im Baselbiet»).

Auf die Ehrenplätze bei den Tambouren kommen als Zweiter Alain Martin (Plauschbrieder), der damit das Dutzend seiner Podestplätze für die Wagenclique vollmacht (Bravo!), und im dritten Rang Patrick Hersberger (Basler Rolli), der 2006 den Titel geholt hat.

Zweite bei den Pfeifern wird Miriam Hochstrasser (Seibi-Mysli), und den glänzenden dritten Rang belegt Giulia Ammann (Naarebaschi). Sie ist bereits am Nachmittag bei den Jungen zur Königin gekrönt worden und darf bei den Alten noch einmal ihr grosses Können zeigen.

Noch höher steigt der Lärmpegel aber im beinahe vollbesetzten Saal, wenn der Sieger, falsch, die Siegerinnen, in der Gruppenkonkurrenz der Pfeifer aufs Podest steigen: Zum dritten Mal hintereinander haben die Seibi-Mysli mit einem wunderherrlichen «Festspiel» den Wettbewerb dominiert und hüpfen ausser sich vor Freude auf dem Podest herum. Sie skandieren «Seibi»! – und aus der grossen Fan-Gemeinde im Saal hallt es vielstimmig zurück: «Mysli!»

Gross ist die Freude auch beim Trio der Naarebaschi, das in der Tambourenkonkurrenz mit einem perfekt geruessten «Pumperniggel» obenausschwingt. Unter den Harlekin-Kostümen stecken Sämi Meyer (Tambourenkönig 2007), Philipp Meyer, der in der Einzelkonkurrenz die «Ledermedaille» gewinnt und kein Geringerer als der Produzent des Basel Tattoo und Top-Secret-Gründer Erik Juillard. In der Konkurrenz der Gemischten Gruppen schliesslich wird eine «wilde» Gruppe für ihren schönen «10. Värs» belohnt und steht zuoberst auf dem Treppchen.

Doch vor der Krönung all dieser Fasnachts-Häupter dauert der Marathon-Anlass fast fünf Stunden. Punkt 19 Uhr begrüsst der OK-Chef Thommy Hediger (Spale) namens der organisierenden Breo und Spale (im Hintergrund Rhyschnoogge und JB Santihans) das Publikum. Philippe Chappuis und Diana Blome (beide Breo) stellen jeweils kurz und bündig die Konkurrentinnen und Konkurrenten und ihre per Los gezogenen Märsche vor. Von Anfangsnervosität keine Spur. Sowohl bei den Tambouren als auch bei den Pfeifern behaupten sich die Erstauftretenden bis zum Schluss unter den ersten Fünf und werden schliesslich beide gute Vierte. Als Neuerung kann das Publikum übrigens laufend mitverfolgen, wer jeweils unter den ersten Fünf rangiert ist. Das erhöht die Spannung.

Bleibt noch eine weitere Novität: die erstmalige Tambourmajoren-Konkurrenz. Dank origineller Auftritte der vier Konkurrenten lockert sie den Anlass auf – eine Wiederholung im nächsten Jahr ist aber kein Muss.

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Die Wurzeln im Baselbiet

«Riesengrosse Freude» hat Pfeiferkönig René Stauffenegger, dass er nach 1992 und 1998 jetzt zum dritten Mal gekrönt worden ist. Die Krone wollte verdient sein, pfeift er doch täglich eine halbe Stunde und ist Instruktor in verschiedenen Stammvereinen und Gruppen. Geboren ist er in Liestal und hat die ersten Versuche auf dem Piccolo in der Wurlitzer Clique Zunzgen gemacht. Heute ist er überzeugter Basler.
«Endlich» denkt Tambourenkönig Lukas Minder kurz nach seinem Triumph. 1999/2000 ist er König bei den Jungen geworden, und die letzten beiden Jahre belegte er bei den Alten jeweils den 2. Rang. Der Tambourenchef der Seibi sieht in seinem Sieg «die Bestätigung seiner Fähigkeiten». Und nun feiert er ihn «mit allen, die mich kennen – so lange wie sie mögen».

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