Drummeli 2009 / 1. Teil: Tolle Cliquenschau in peinlichem Rahmen

14. Februar 2009 | Von | Kategorie: Nachrichten

Es fing gut an, das Drummeli 2009 – und es fing mit dem Ende an: Auf der Bühne wurde traumhafte Ändstraich-Stimmung geschaffen und zwei Strassenwischer (die beiden des gleichnamigen Schnitzelbanks) intonierten einen witzigen Prolog mit humorvollen Einspielern via Beamer.

Auch die Mehrzahl der Cliquen nutzen die Möglichkeit der visuellen Unterstützung. So die «Spezi-Clique» mit einem schönen Basler Marsch». Die «Alte Stainlemer» führten das Multimedia-Spektakel mit ihrem «Monschter-Zäp» sogar ad absurdum, indem der Tambourmajor zwischen mehreren Märschen, einem Schnitzelbank und einer Gugge hin und her zappt.

Sehr originell auch der Auftritt der «Rhyschnoogge», die unter dem Motto «Let’s Go» erst Nachrichten über Bush über den Bildschirm fahren lassen, bevor Obama als Major auftritt. Und noch während diese Formation abläuft, wird Hundegebell eingespielt, was darauf hinweist, dass die «Spale-Clique» den «Colonel Bogey March» (auch unter dem Titel: Fröillein, hänn Si my Hündli gseh bekannt) zum beste gibt.

Überhaupt überzeugen die Übergänge zwischen den Auftritten und die erkennbar straffe Führung durch Michael Luisier, den neuen Regisseur. Das nützt den Auftritten der Cliquen, nicht aber den beiden Rahmenstücken vor der Pausen, die bar jeglicher Pointen sind. Wenn zwei alte Damen über ihre offenen Beine diskutieren (der Inhalt des ersten Stücks) ist dass eben genau so wenig lustig, wie wenn die bürgerlichen Regierungsratskandidaten eine alte Dame entführen (Inhalt des zweiten Rahmen).

Zum Glück kamen danach wieder tolle musikalische Auftritte wie derjenige der «Alti Richtig», die zwar nicht das angekündigte «Duell» brachten sondern den Gässler, oder der Zirkus «Santihans» mit einem schmissigen «The Liberty Bell». Ebenso melodiös wie melancholisch war danach er Auftritt der Guggemuusig «Ohregribler» mit dem Scorpions-Hit «Wind of Change», wonach auch eine traditionelle Darbietung wie die der «Schnurebegge» mit «dr Gluggsi» zu Recht gut ankam.

Ein weiterer guter Regie-Einfall war es, die «Wettstai-Clique» als Rahmen für den Schnitzelbank zu verwenden – und der, nämlich die «Schlyffstai», waren schlicht sensationell. Über Mani Matters Sidi und dem Skandal im Sperrbezirk bis zu Bob Marley-Sound wurden Sämi Schmid oder die stille Wahl von Hanspeter Gass auf die Rolle geschoben. Musikalisch wie pointenmässig DER Höhepunkt vor der Pause.

Den Groove drauf hatten dann die «Basler-Dybli» mit ihren «Aeschlemer»-Variationen, und die «Rhygwäggi» mit einem auch optisch (neonmässig) ansprechenden «Ohremyggeli. Als letzte Darbietung vor der Pause zeigte die Trommel- und Pfeiferschule der VKB, dass die Nachwuchssorgen (nicht zuletzt dank dem neuen weiblichen Element) wohl der Vergangenheit angehören.

Alles in allem bis zur Pause ein musikalisch und optisch sehr ansprechendes Drummeli. Bei den Rahmenstücken dagegen bleibt nur die Hoffnung auf den zweiten Teil.