Nach der Pause eröffnen die «Schnoogekerzli», zusammen mit einer Band inklusive Sänger, mit «dr Nunne-Pop» den zweiten Teil. Durchaus nüchtern und sehr schön vorgetragen danach der «Stänzler am Botellon anno 1869» von den «Junteressli». Volksmusik erschallt beim Aufmarsch der als Sennen und Sennerinnen gekleideten «Basler Rolli». Sofort klatscht das Publikum begeistert mit und erzeugt so einen Hauch von Komödienstadelstimmung. Zu ihrem Vortrag «Dr Copain» bieten zwei Copains einen zünftigen Hosenlupf. Wie die Mondlandung vor 40 Jahren wirklich war, das zeigen die «Alti Glaibasler» unter dem Titel «AGBollo 11». Pfeifer und Tambouren sind Mondbewohner. Zum Schluss vom «Unggle Sam on the Moon» entrollen sie ein Transparent mit der Aufschrift «AGB welcomes the USA».
Mit einem wunderschön inszenierten und vorgetragenen «Hofnarr» begeistert die «Sans Gêne». Danach entführen «d Glunggi» nach New Orleans. Je ein Vers vom «Festival» wird normal vorgetragen, die Wiederholung wird dann «verjazzt». Auf ziemlich dunkler Bühne stehen die Pfeifer und Tambouren der «Gundeli». Ihre Larven erinnern an erleuchtete Kirchenfenster. Sauber vorgetragen ihr «s Drachenäscht mit Fyyr und Flamme». Dann schlägt es Mitternacht. Als Totengerippe und mit einem Leichenwagen beenden «Breo Clique 1896 und Stääge-Hysler 1967» den musikalischen Teil. Bei ihrem «dance macabre» trommeln die Tambouren auf Sargdeckeln. Ein wunderschöner Totentanz.
«d Stroosewischer», welche sonst als roter Faden durchs Programm führen, dürfen auch als Bangg auftreten. Sie besingen die wertlosen Wertpapiere, die Bussen für faule Schüler, Frau Widmer Schlumpf und Papst Benedikt. Seit 60 Jahren ist die «Guggemuusig Pumperniggel» an der Fasnacht dabei. Während auf der Leinwand ein lustiger Feuerwehreinsatz gezeigt wird, schränzen sie inmitten lodernder Flammen.
Es kann nur besser werden, so der allgemeine Tenor in der Pause über die Rahmenstücke. Und das traf zum Glück auch zu. In «Das Froilein förderet die Sprachkompetenz» fordert Frau Kindergärtnerin ihre Bande in bestem Hauchdeutsch zu mehr Toleranz auf. «Wir müssen uns der Mehrheit anpassen», erklärt sie ihrer Horde. Und prompt gibt es Krach zwischen Schweizern, Türken und Kurden. Der absolute Höhepunkt aber ist die Liveübertragung durch Telebasel von «La Catastroviata» aus dem Basler Hauptbahnhof. In den Pendlerstrom mischt sich immer wieder ein Blaggedde- und Surprise-Verkäufer oder ein Bahnangestellter, welche die nächsten Anschlüsse durchgibt. Zur Mozarts «In diesen heilgen Hallen» berichtet ein Tramchauffeur von seiner Jagd auf Fussgänger und zu der Melodie vom Gefangenenchor aus Nabucco klagen zu Pennern gewordene Bänker, dass sie «ohne Gäld, ohne Fründ, nur mit zwei Hünd» leben müssen. Und ein Luxemburgerli, welches bei Sprüngli abgehauen ist, verkündet stolz: «s isch nit zum saage, mir hänn im Schutte d Schwiizer gschlage». Am Schluss sind sich alle einig, dass mit dem Bahnhof etwas geschehen muss, denn «sonscht simmer numme es glains Dörfli am Rhy».
Den Schluss bestreiten wieder die beiden «Stroosewischer». Auf der Strasse liegt einen Zeedel mit dem «Epilog vom Drummeli 2009». Sie finden, bei den heutigen Wertpapieren sei ein Sans-Papier viel besser dran und berichten von einem Herrn Thiriet, welcher sich ständig über den Lärm im Kleinbasel ärgere. Selbst bei einem Gewitter fordert er «Rueh do obe!», worauf sich Gott entschuldigt, er habe nicht gewusst dass Thiriet dort wohne. Mit einer Pfeiferin ziehen sie ab und nachdem die alte Dame – Gott sei Dank zum allerletzten Mal – über ihr offenes Bein klagen durfte, füllt eine aus verschiedenen Cliquen zusammengewürfelte Gruppe die Bühne und entlässt das Publikum mit «z Basel am mym Rhy». Der herzliche Schlussapplaus für alle Beteiligten ist sicher verdient.
PS: Durstige Seelen sollten ein gut gefülltes Portemonnaie mitnehmen. Ein kleines Mineral kostet 5.80, ein kleines Bier (3,3dl) stolze Franken 6.50. Da ist ein Deziliter Champagner für 13 Franken direkt geschenkt.
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