Hinsitzen. Anschnallen. Das Museumskonzärtli 2009 (Reinerlös geht an den Verein Tulukai, der Waurá-Indianer in Brasilien unterstützt) ist zum Start bereit. Und bevor der Kapitän Morge Streich das Kommando übernimmt, findet «Hausherr» Dominik Wunderlin im Museum der Kulturen noch ein paar schmückende Worte – bezeichnet das alle zwei Jahre stattfindende Konzärtli als «Seismograph der Pfeifer- und Trommelkunst», als «Biennale der intimen Fasnachtsmusik». Zustimmendes Nicken im proppenvollen Saal – dieses Publikum ist bewusst in Erwartung einer ausserordentlichen Reise gekommen.
Jetzt geht’s los. Motoren dröhnen. «Ready for take off!» Anschnallen ist in den kommenden knapp zwei Stunden eigentlich nicht nötig: Die Pfeifer und Tambouren der «Museumsgrubbe» (in schmucken Uniformen) haben unter der Federführung von Cathrin Cattelan ein Programm auf die Beine gestellt, das in der Kabine nicht den Hauch eines Druckabfalls produziert – das Publikum schwebt förmlich über den Wolken. Die propagierte Reise ist nicht nur geografischer Natur, sondern findet auch auf der Zeitachse statt: Da reihen sich traditionelle Märsche wie «die Alte» (notabene in voller Länge!) oder der «Arabi» in modernere Kompositionen wie «dr Ungar» oder «Samba» ein.
Von Basel geht «die Reise um die Welt» über Ungarn nach Saudi-Arabien, bevor die Museumsgruppe vor der Zwischenlandung einen fantastischen Höhepunkt setzt: «Alla Turca» und «d Pekinese» entlocken den Piccolos grossartige Töne – der Klangteppich mischt immer wieder Melancholie und feurige Melodien mit fröhlich-beschwingten Passagen. Mit «Jumbo Jet», «Learjet» und «Basel Nord» setzen auch die beiden Tambouren (Pascal Caviezel, Sämi Meyer) trommlerische Glanzpunkte.
Nach einem «Stopover» in New York («Temperatur 20 Grad, Wall Street gefühlte 0 Grad») mit rassigem «Sousa» und «Yankee» geht’s weiter nach Brasilien – im Bordkino wird der Film «Now, we are lacquered» (in Basel besser bekannt als «Jetz simmer laggiert») gezeigt –, bevor uns Turbulenzen zu einer Zwischenlandung in Irland zwingen: Es folgen «Irländer», «Marche des Parachutistes Belges» und «Hornpipes» (mit gelungener Gesangseinlage), dann geht’s zurück in die Heimat («Baslermarsch» und «Wettstaimarsch»).
Einziges «Manko» des Abends: Der Abstecher ins Weltall fehlt. Der wäre passend gewesen, denn die «Museumsgrubbe» bietet durchwegs Piccolo- und Trommelkunst von einem anderen Stern – das ist phasenweise Hühnerhaut pur. Das Resultat: Minutenlanger Applaus für eine Punktlandung. Morgen Mittwoch findet der Rundflug nochmals statt – und ist natürlich erneut bis auf den letzten Platz ausgebucht…



