Der Fasnachtsauftakt ist gelungen – die Fasnächtler liessen die paar Regentropfen gelassen am Goschdym heruntersausen.
Die Luft ist ein bisschen feucht, die vom TV-Wettermann angekündigten «ein paar Tropfen» sind pünktlich auf den Morgestraich in Basel angekommen. Die Temperatur ist mild, ein paar Grad über null, und die Stimmung ausgezeichnet – alle sind froh, dass es nicht wirklich regnet. Ein paar sind wohl wegen des unsicheren Wetters zu Hause geblieben, doch die Stadt füllt sich auch so: Zehntausende strömen in die Innenstadt.
Schlag vier Uhr der grosse Moment, das Licht geht aus. Präzis auf diese Sekunde erhebt der Tambourmajor des Dupf-Club seine Stimme: «Morgestraich, vorwärts, marrrsch!». Und die Clique, in der Stadthausgasse eingestanden, setzt sich in Bewegung, biegt auf den Marktplatz ein und wendet sich nach rechts, allgemeine Richtung Barfi. Schauerlich die Laterne, es geht um die Gewalt, eine Frau steht einsam an einer düsteren Stelle, man kann sich vorstellen, wie ihr nicht ganz geheuer ist. In der Marktgasse steht bereits die J.B.-Clique Santihans, die es mit dem kleinen schwarzen Loch beim Cern hat. Die Gruppe Wäschbrätt-Clique zwängt sich als nächste vorbei, gerade noch vor den Lumpazi Alte Garde, deren Laterne ein überdimensionierter Schulsack ist, passend zum Sujet «Akademisch-, pädagogisch, professionelli Fiffi-Universitäts-Biss-, Fräss-, Brunz- und Schissschuel».
Vielversprechende Lampen
Vor dem Rathaus paradiert derweil die Wettstai-Clique, ein imposanter Zug. Eindrücklich die Verschnuuffer mit ihrer speziellen Lampe, einem riesigen blauen Bebbi-Sagg – «Mir e-missioniere – e Mission fir unser aller Umwälthail!» lautet das Sujet. Das macht uns gluschtig auf den Cortège, wir wollen noch mehr erfahren. Aber so lange müssen wir noch warten, denn wie die Cliquen ihre Sujets umsetzen, zeigen sie erst mit dem neuen Goschdym; am Morgestraich kommen sie traditionell im Charivari.
Aber man kennt sie doch, so die Alti Stainlemer mit ihren unverwechselbaren Nachttischlampen, die als Kopfladärnli dienen; die Clique zieht magistral über den Marktplatz. Die Laterne sieht von weitem wie ein Kanister aus, es geht gemäss Sujet um «Maagermoscht». Dazu befasst sich auch die Alte Garde der Stainlemer mit dem Generalthema «Gen» &ndash: die Lampe ist ein Hammer. Genauso diejenige der Muggedätscher: Sie zeigt die bedrohten Basler Beizen, ein künstlerisches Meisterstück.
Mithalten kann in dieser Beziehung der Barbara-Club, ihr «Dootedanz» (Sujet) macht uns weiche Knie. Nicht minder träf die Alte Garde: Das Sujet lautet «Mord am Baseldytsch», und auf der Lampe gibt es dazu ein paar Müsterli. Räppli auf Hochdeutsch? Klar doch: Stimmungsflocke.
Die Giftschnaigge intonieren wunderschön «Z Basel an mym Rhy», die Stainlemer den «Wettstaimarsch», herrlich diese klassischen Märsche. Auch den «Duudelsagg» hören wir, die «Brite» und das ganze Repertoire. Mit kompaktem «Sound» glänzen d Schnurebegge. Nur allzu schnell wird es hell, viele Formationen lösen sich auf, weil die Arbeit oder das Bett ruft.



