Der Sommer bremst nicht alle Fasnächtler

2. Juni 2009 | Von | Kategorie: Nachrichten

Nach der Basler Fasnacht die grosse Pause in Sachen Pfeifen und Trommeln? Mitnichten – es gibt einige, die wollen etwas mehr.
Jedes Jahr Anfang Sommer finden in einer unterschiedlichen Region der Schweiz Trommel- und Pfeifer-Wettspiele statt, welche jeweils von einer Sektion des Schweizerischen Tambouren- und Pfeiferverbands (STPV) organisiert werden. Im Turnus sind die Westschweiz, die Zentralschweiz (wozu auch die Region Basel gehört) und die Ostschweiz an der Reihe, jedes vierte Jahr finden die Eidgenössischen Wettspiele statt. Ende Mai war die Reihe an Winterthur als Austragungsort für die «21. Ostschweizer Tambouren-, Pfeifer- und Clairon-Wettspiele».

Doch zunächst eine kurze Auslegeordnung: In der ganzen Schweiz existieren Tambourenvereine. Vereine, denen auch Pfeifer angegliedert sind, verteilen sich schwerpunktmässig auf die Region Nordwestschweiz. Aus der Region Basel nehmen einerseits Fasnachts-Cliquen aus Stadt und Land teil, die dem Zentralschweizerischen Tambouren- und Pfeiferverband (ZTPV) angehören, andererseits existieren einige Gruppierungen, die sich aus Mitgliedern verschiedener Vereine zusammensetzen. Ein Beispiel dafür sind die Hypokras Basel: Der Verein wurde 1982 gegründet und nimmt seither jährlich begeistert an den Wettspielen teil.

Das «typische Hypokras-Jahr» beginnt nach der Fasnacht mit intensiveren Proben zu den Wettspielen. Wöchentlich treffen sich die Mitglieder zu Proben unter kundiger musikalischer Leitung. Die Wettspiele sind in Sektionswettspiele (Pfeifer und Tambouren gemeinsam) sowie separate Wettspiele jeweils für die Pfeifer- und Tambourengruppe aufgeteilt. Entsprechend werden drei gemeinsame Stücke sowie zwei bis drei für jede Gruppierung einzeln eingeübt. Unerschrockene können auch an Einzel-Wettspielen teilnehmen.
Ein wichtiges Highlight in der Vorbereitungszeit ist das Probe-Weekend: hier wird die Gruppe nochmals richtig zusammengeschweisst – musikalisch… und natürlich kommt auch die Gemütlichkeit nicht zu kurz.

Dann heisst’s am Freitag vor dem Fest Koffer packen, Trommel und Piccolo unter den Arm klemmen und los geht die Reise. Am Abend wird noch geprobt, erste Nervosität macht sich breit. Der Abend klingt natürlich auch noch mit diversen Festivitäten aus… aber es wird nicht übertrieben, denn am nächsten Morgen geht’s früh aus den Federn: Einspielen, Trommeln schränken, Piccolos akribisch stimmt – es herrscht höchste Konzentration. Nachmittags nach dem letzten Vortrag vor der kritischen Jury macht sich Erleichterung breit, der Adrenalin-Spiegel normalisiert sich wieder, und nun stellt sich heraus, wieso das Ganze eigentlich auch «Fest» heisst.

Mit kleinen Augen und Sonnenbrille auf der Nase stehen die Hypokras am Sonntagmorgen für den feierlichen Teil des Anlasses bereit. Ein farbenfroher Umzug steht auf dem Programm: Alle Gruppierungen präsentieren sich den «Schlachtenbummlern» und der Bevölkerung – es darf, anders als vom fasnächtlichen Cortège gewohnt, applaudiert werden. Nach dem Mittagessen steigt die Spannung nochmals aufs Höchste an: Rangverkündigung!

Zurück in Basel präsentieren sich die Hypokras Familien und Freunden und lassen den Abend gemütlich ausklingen. Ein tolles Erlebnis 2009 war der gemeinsame Zug aller am Fest teilnehmenden Basler Vereine: UFS Basel, Naarebainli Basel und Hypokras Basel.

Weitere Informationen:

Homepage Hypokras Basel

Homepage 21. OTV-Wettspiele in Winterthur