Benefiz-Schnitzelbank-Abend für ein Kinderheim-Projekt von Basler Jugendlichen ein Erfolg
Der ausverkaufte Benefiz-Schnitzelbank-Abend begeisterte Gäste wie Schnitzelbänkler, und die Jugendlichen durften einen satten Betrag für ihr Engagement in Rumänien mitnehmen. Vorfasnachtslachen in Basel ermöglicht auf diese Art Kinderlachen weit weg von hier.
«Kann ich schon einen Zehnertisch für das nächste Jahr reservieren?» – «Also das Aeschermittwoch-Programm für die nächsten Jahre ist jetzt gesetzt.» Die beiden Aussagen von Gästen am Schluss des Benefiz-Schnitzelbank-Abends sprechen für sich. Begeistertes Publikum, begeisternde und ebenfalls begeisterte Bänkler, und die Jugendlichen strahlten wie eine Fasnachtslaterne am Morgenstraich.
Aber gehen wir noch einmal zurück: Bereits eine halbe Stunde vor Beginn war der Keller der Alten Garde der Stainlemer fast voll, das gemischte Publikum gut gelaunt und erwartungsvoll.
Wie baslerisch ist die Fasnacht?
Im letzten Moment musste der Singvogel krankheitshalber absagen: dass aber sofort der Spitzbueb in die Bresche sprang, passte zu diesem Abend, an dem einfach alles passte.
Mit einem witzigen Eröffnungsclip begleitete das Publikum ein Schyssdräggziigli nach Rumänien, wo Heimkinder Basler Schnitzelbänke einübten. Damit war die Brücke vom Rumänienprojekt zum Benefiz-Abend gelegt, und Dr. FMH eröffnete den Schnitzelbank-Reigen. Ob seine Diagnosen auch nächstes Jahr noch von Schwester Gundula kommentiert werden, ist noch unklar, da sie als Masseneinwanderin aus Baselland nicht mehr ins Immigrations-Kontingent hineinpasst. Es wäre ein Jammer…
Dasselbe gilt auch für Heiri mit seiner Kuh, dessen Schnitzelräps in Rammel-Deutsch ja auch noch von pöhöser ausländischer Musik-Kultur abstammen (früher hätte man «Neger-Musik» gesagt – und das straflos!).
Im ärmsten Teil Europas
Zum Glück schlossen den ersten Teil das Schunggegräbnis ab, die ihren Namen ja von einer kulinarischen Basler Spezialität haben und in feinstem Baseldeutsch ihre umjubelten Verse sangen. Ihr Gesang ist ein Genuss, und sie haben sich damit bereits innert drei Jahren in die Top-Riege der Basler Schnitzelbänkler gesungen. … Doch aus sie sind markant von Ausländerkontingenten betroffen, und man müsste alleine schon deshalb eine Kontingents-Freizone für Basel fordern.
Den ersten Teil beschloss ein Blick in die Arbeit der Jugendlichen mit den rumänischen Heimkindern, die ihre Freizeit dafür geben, Kindern im ärmsten Teil Europas jeweils eine kleine Oase in ihrem schwierigen Leben herzustellen.
Glokalisierte Bänkler
Der zweite Teil des Abends wurde von der Stächpalme angestochen, der seine spitzen Pointen in breitestem Pratteler Dialekt feilbot. Der Fäärimaa nach ihm verbindet lokale und globale Themen in seinen verzwirbelten Verseni aufs filigranste – er ist auf dem Rhein quasi ebenso auf Kurs wie auf dem brasilianischen Amazonas…
Der freche Spitzbueb fuhr wie gewohnt allen an den Karren, die sein Mitleid nicht verdienen, und da es fehlte ihm wahrlich nicht an Auswahl. Ihm folgte der Peperoni mit seinen lakonischen Versen – als einer der «grand old men» des Basler Schnitzelbanks war das ein wunderbarer Abschluss.
Grosser Lohn für jugendliches Engagement
Glückliche Gesichter allenthalben – mit einem Mehrwert: Aus diesem fröhlichen Fasnachts-Abend entsprangen satte 6800 Franken für Kinder, die in ihrem Leben oft keinen Grund zum Lachen haben. Wie sich die Jugendlichen aus der Region Basel\land dafür engagieren, den rumänischen Heimkindern immer wieder ein Lachen auf ihr Gesicht zu bringen, das haben die Bänkler, die Gäste und auch die Kellerverantwortlichen auf ihre Art honoriert, zu einem multi-win-Abend. So geht Benefiz heute.



