Man habe eigentlich das Wirken der verschiedenen Künstler an der Fasnacht zeigen wollen, meinte Kurator Andres Pardey beim Medien-Preview. Man sei aber von dieser «Ur-Idee» schnell abgekommen, als man merkte, dass zwar mit Tinguely und Beuys zwei Künstler von Weltruf mit der Basler Fasnacht verbunden seien, die hiesige Fasnacht sich aber vor allem sehr innig mit der Kunst beschäftigt. Und dies seit mehr als 100 Jahren.
Der Akzent liegt deshalb auf einer ganzen Reihe von ausgestellten Laternen-Wänden, bei deren Sujets es immer irgendwie um Kunst geht. Die älteste ist diejenige der Lälli-Clique aus dem Jahr 1914, die sich – noch auf «hauchdeutsch» mit einer Kunstdebatte in den eidgenössischen Räten beschäftigt. Das jüngste Werk ist eine Laternen-Wand der «Schnoogekerzli» von 2008. Auch der Museums-Namensgeber selbst war schon öfters Sujet; gezeigt wird dies überlebensgross auf einer «Lampe» der Olymper aus dem Jahr 1994.
Jean Tinguely selbst wird natürlich speziell gewürdigt. In Video-Sequenzen sind frühere Interviews zu fasnächtlichen Themen zu sehen, und aus seiner ebenfalls ausgestellten Korrespondenz mit den «Kuttlebutzer», bei denen der Künstler Mitglied war, ist zu ersehen, wie intensiv er sich mit der Basler Fasnacht beschäftigt hatte. Natürlich ist auch der «Skandal» aus dem Jahr 1974 ein Thema, als die «Kuttlebutzer» den Marktplatz samt Fasnachts-Comité mit einer Wolke aus Rauch und Federn überzogen.
Nicht nur ist die Kunst immer wieder Sujet der Fasnacht – manchmal wird Fasnacht auch Kunst von Weltgeltung. So bei der Schaffung der – in der Ausstellung ebenfalls dokumentierten – «Feuerstätte 2» von Josef Beuys. Als die «Alti Richtig» den Aufkauf der «Feuerstätte» durch das Kunstmuseum Basel als Sujet wählte, liess es sich der Künstler nicht nehmen, am Fasnachtsmittwoch im Hof des Museums am Happening teilzunehmen, als die Cliquen-Mitglieder ihre Requisiten zu einer «Feuerstätte» zusammenfugten und diese dem Museumsdirektor übergaben – und daraus entstand die eigentlich gar nie geplante «Feuerstätte2», die heute zu Beuys’ anerkanntem Gesamtwerk gehört.
Dies und viel mehr lässt sich im Tinguely-Museum noch bis Mitte Mai erfahren respektive (bei der älteren Generation) Erinnerungen wachwerden. Eine runde Sache, diese Ausstellung, und eine gute Gelegenheit, einen regnerischen Tag – und von denen soll es noch einige geben – sinnvoll zu überbrücken.



