S Mimösli 2014: schlumpft keltisch

28. Januar 2014 | Von | Bilder: Dennis L. Rhein | Kategorie: Top-Thema, Nachrichten

In diesem Jahr zelebriert das Häbse-Theater sein 25 jähriges Jubiläum. Auf Grund dessen hätte man sich vorstellen können, dass Häbse H.J. Hersberger einen super-super-mega-Gaststar für das Mimösli 2014 engagieren würde, aber weit gefehlt. Er hat sich auf die Ursprünge seiner Vorfasnachtsveranstaltung besonnen und kommt mit den sich über Jahren hinweg bewährten Musiker und erstmals ohne Gaststar daher. Dieser war aber auch gar nicht notwendig, da die Schlussnummer auch ohne grossen Star das Premierenpublikum begeistern konnte.

Im Prolog schlumpfen sich das Häbse-Ensemble (H. J. Hersberger, Dani von Wattenwyl, Maik van Epple, Nicole Loretan, Hedy Kaufmann, Carlos Amstutz und Michael Eckerle), durch den Reigen der Ereignisse, welche sich das vergangene Jahr hindurch in unserer Stadt ergeben haben. Gewohnt bissig und gerade heraus bringen die 6 Schlümpfe unter der musikalischen Begleitung von Heinz Wirz am Piano, das zum Teil unsägliche Geschehen auf den Punkt.

Heinz Wirz greift alsdann gleich nochmals in die Tasten, diesmal als Unterstützung der „Hofnaare“ , welche ihre Piccolos auf „Carmen“ einstimmten. Farbenfroh, melodiös und hoch professionell, was die Besucherinnen und Besucher hier zu hören bekommen. Ein Auftakt der Lust auf mehr macht.

Nicht minder hörenswert bringen „stickStoff“ d „Faschtewaije“ auf die Bühne. Die Halbfinalisten der deutschen Fernsehshow „Das Supertalent“ gehören ebenfalls schon zur festen Einrichtung des Mimösli.

Mit Beatunterstützung und in einem Sprechgesang nahm sich das Ensemble, in ihrem ersten Minischwank, das Bankenwesen zur Brust „d Bangg het e knall, Banggüberfall“. Die Herausforderung hierbei im Takt des Beats zu bleiben wurde zudem erschwert, da das Publikum die guten Pointen immer wieder durch Szenenapplaus honorierte. Eine sehr gelungene Idee und famos umgesetzt.

Mit „s’Ohremyggeli“ stehen alsdann beide Fasnachtsmusiken zusammen auf der Bühne und lassen das Publikum in traditionellen Waggis-Kostümen etwas Fasnachtsluft schnuppern.

Harmonisch treffen danach „s Bangg-Ghaimnis“ den Nagel Schnitzelbanktechnisch auf den Kopf. Diese Formation gehört ebenfalls seit Jahren zum festen Bestandteil des Mimösli und auch in diesem Jahr sorgen sie für Verzückung mit ihrem Gesang und den vielsagenden Pointen.

„s verkeert Regime“ oder „The neverending Story“ wie man den Titel des nächsten Minischwank auch hätte nennen können, bringen wie im vergangenen Jahr verschiedenste Intressenvertreter rund um das Verkehrsregim und die nervenaufreibende Bausituation in unserer Stadt an einen Tisch. Es ist jedoch nicht etwa eine Wiederholung der Nummer vom vergangenen Jahr, nein, eher eine detaillierte Ergänzung. Höchst amüsant versuchen sich hierbei die Verantwortlichen der Polizei und des Baudepartementes den Fragen der Vertreter des Gewerbes, der Auto- oder Velolobby zu erwehren. Hervorzuheben ist dabei der Baustellenliebende Herr Binggeli alias Michael Eckerle, welcher mit seiner exzessiven Sympathie für Verkehrsschilder und Bauabschrankungen für manchen Lacher sorgt.

Als Abschluss des ersten Teils stehen nun die ebenfalls jubilierende Guggemuusig „ 40 Joor Räpplischpalter“ auf der Bühne. Schweizerisch Deutsch ist ihr Motto, aber von der bekanntlich normalerweise bombastisch daherkommenden Guggemusik, wehte leider nur ein etwas zaghaftes Lüftchen musikalisch in den Saal. H. J. Häbse Hersberger hatte offenbar Angst, dass die sonst über 60 Mann starke Gugge die Gäste aus ihren Stühlen blasen könnte. Nichts desto trotz war es ein guter, wohl dosierter Auftritt.

„Espana Cani“ ist der Titel, welche das Publikum nun geniessen darf. „D Hofnaare und stiggStoff“ in wunderbaren Kostümen und mit Pauke, Snare und Kastagnetten bringen diese ein wenig Ferienstimmung in den Theatersaal. Ein Leckerbissen für Aug und Ohr.

Das Ensemble schmaust danach in einer bekannten Szenerie aus den Asterix-Comics. Unter dem Titel „Der Moralix us Basilix“ weisen sie auf die unzähligen Verbote in Basel hin.

„D Hofnaare“ nimmt anschliessend das Publikum auf eine Reise in die Umgebung. Mit dem „Regio Märschli“ ist ihnen dabei wieder ein wunderbarer Coup gelungen, der mit frenetischem Beifall beklatscht wurde.

Trommelschlegel und Masken, stehen nun im Mittelpunkt des Geschehens. Trommelschlegel die von den „stiggStoff“ jongliert werden und Masken die lustig dazu tanzen. So kommt es einem zumindest vor. Die tolle Inszenierung aus Trommelkunst und Lichteffekten ist ein weiterer Höhepunkt des diesjährigen Mimösli.

Die Macht und Ohnmacht unserer Gesetzeshüter wird im letzten Auftritt des Ensembles augenscheinlich. Im Zentrum steht vorab eine reife Dame (Hedy Kaufmann), welche sich ordentlich zu wehren weiss „Senioren Selbstverteidigung Wettstein“ der „Schugger“ (Maik von Epple) seine zwei Aspiranten (Calos Amstutz und Dani von Wattenwyl) sowie eine Paragraphenreiterin (Nicole Loretan) und Häbse Hersberger als angeschickerter Fahrradläufer rundete die illustere Polizeiaktion ab. Ein Minischwank mit einem deftigen Ausgang.

Auch das „spitzig Ryssblei“ zählt zwischenzeitlich zum Inventar des Häbse-Theaters und seinem Mimösli. Eingeschossen hat sich dieser heuer auf den Baudirektor Hans Peter Wessels. Mit immer wiederkehrenden Versen versetzt er ihm feine Nadelstiche oder hämmert ihm gleich eine grosse Anzahl Nägel in den Kopf. Wie immer eine Garantie für treffende und auch unerwartete Pointen.

Mit Spannung erwartet man nun die Schlussnummer. Die Spannung löste sich jedoch mit den ersten Tönen aus dem Piccolo von Thomas Heid. Keltisch anmutend sind diese und bringen die Gäste in eine Stimmung der Vorfreude auf die kommenden Minuten. Sie sollen nicht enttäuscht werden. Ein instrumentales Feuerwerk, bei welchem Thomas Heid an verschiedenen „Flöten“ sein immenses Können unter Beweis stellen kann. Ihm zur Seite stehen Heinz Wirz (Piano), André Gärtner (Guitar, Bass) und Stephan Felber (Drums). Zudem gesellen sich die drei Piccolospielerinnen (Giselle Janser, Sabrina Biondi und Giulia Napoli) zu den Vorgenannten und komplettieren das Fasnachts0rchester.

Was melancholisch beginnt wird mit dem Zutun von Dudelsackspieler (Gregor Meier) zum schottischen Intermezzo. Ein Mix aus Klassik, Jazz und traditionellen Fasnachtsmärschen gipfelt schliesslich mit einem blusigen „amazin grace“. Wer jetzt aber glaubt er wäre in einem weiteren Basel-Tattoo gelandet, der täuscht sich. Im Vordergrund steht bei dieser Schlussnummer die Virtuosität und nicht vornehmlich das Schottische Element. Ein wahrer Genuss diesen Musikern zu lauschen.

Mit dem obligaten Lied des Ensembles endet das Mimösli 2014. Ein Mimösli, welches keinen nationalen oder internationalen Star beinhaltet, was aber nach meinem Dafürhalten die Qualität des Programms keineswegs schmälert. Die sich aus den vergangenen Jahren bereits vielfach bewährten Mimösli-Protagonisten fügen die einzelnen Nummern zu einem Gesamtwerk zusammen und sind somit Garanten für eine tolle Vorfasnachtsveranstaltung. Auf Grund dessen sind sie allesamt Stargäste!

 

Der Vorverkauf läuft sehr gut. Es wurde bereits eine Zusatzvorstellung am Sonntag, 2. März 2014 um 14.00 Uhr in den Vorverkauf gegeben. Für alle anderen Vorstellungen sind allenfalls noch Restkarten erhältlich. Tickets erhält man rund um die Uhr unter www.haebse-theater.ch sowie unter www.ticketportal.com oder via Kasse: +41.61.691.44.46. 

MIMÖSLI 2014: «Mir schlumpfen is dure». Häbse-Theater, Klingentalstrasse 79. Vom 27. Januar bis 2. März 2014. Abend-Vorstellungen: Montag bis Samstag 19.30 Uhr, Sonntag 18.30 Uhr. Nachmittags-Vorstellungen: Samstag 14.30 Uhr, Sonntag 14.00 Uhr. Hospitality-Tickets: Neben den herkömmlichen Tickets stehen in diesem Jahr für alle Abendvorstellungen zusätzlich noch Hospitality-Plätze (Comfort-Bestuhlung und All-Inclusive) zur Verfügung. Tickets sind noch erhältlich unter: hospitality@haebse-theater.ch.