Nass und ainewääg scheen

23. Februar 2010 | Von | Kategorie: Nachrichten

Wenn’s am Mäntig Vieri schloot:

Das ist der ultimative Kick für die drey scheenschte Dääg. Gestern jedoch hatte Petrus miese Laune.

Im 15-er-Trämli wars um 3.15 Uhr am Montagmorgen so richtig gemütlich. Nach der Fahrt in der freund-nachbarschaftlich aneinander gepressten Menge atmeten die Frühaufsteher auf dem Aeschenplatz kräftig durch. Noch leuchteten die Strassenlampen, da und dort nestelten Aktive an ihren Kostümen, damit der Blätzlibajass, der Dummpeter und die madonnaähnliche Person samt Perücke, ohne Pannen den ersten und den zweiten und dann nicht mehr gezählten Contremarsch bewältigen konnte.

Kein Durchkommen mehr

Der Riesen-Harst der Breo-Clique und deren Alte Garde belebte die Bäumleingasse, falls die Mitglieder nicht im Cliquekäller Kaffi schlürften und sich unbändig auf den berühmten Glockenschlag freuten. Ihr Sujet «Yes we camp» konnten sie des Regens wegen nicht umsetzen, mussten sie auch nicht, denn es hiess nach den aufregendsten Momenten im Leben eines jeden Fasnächtlers Schlag vier Uhr: «Morgestraich, vorwärts marsch.»

Ob passive oder aktive Fasnächtler, deren Seele jetzt jauchzten, marschierten sie durch ihre mit Kopflatärnli und Riesenlatärne erhellten Gassen und Strassen. «Wo geht’s denn hier zum Umzug?» wollte ein Auswärtiger von einem Zivilen vor dem ARI-Keller wissen. «Laufe Si doch eifach los, drno sehn sie gnueg», wurde dem Menschen aus dem nördlichen Nachbarland beschieden. Inzwischen trampten sich die Zuschauer – ausnahmsweise mal ohne Blitzgerät ausgerüstet – auf die Zehen, trugen es aber mit Fassung.

Verpflegungsstätte auf Zeit

D Spezi Clique und deren Alte Garde bildete einen Tatzelwurm, dessen Ende gar nicht abzuschätzen war. Die Leute summten ganz leise den «Morgestraich» oder «Altfrangg», und ältere Semester seufzten: «Dass y das nomool erläbe darf.»

Beim Sutter-Begg standen die nach einer Stunde durchfrorenen Menschen geduldig Schlange, um eine Latte macchiato zu geniessen. Einfacher war die Verpflegung auf dem Münsterplatz, wo sich kleine Formationen und Riesencliquen kreuzten, denn die Stände hielten bereits die berühmten Wähen, Kakao und Kaffi in geheizten Zelten bereit. Apropos Buvette: An diesen drei Tagen werden sie in der Nähe des Münsters geduldet…

Weitere Informationen:

Fasnachts-Berichterstattung 2010 der bz auf einen Blick