Fasnachtskiechli 2014: „Luschtig und scheen“

28. Januar 2014 | Von | Bilder: Dennis L. Rhein | Kategorie: Top-Thema, Nachrichten

Fast ausschliesslich sehr fasnächtliche Nummern, rasantes Tempo trotz Umzieh-Pausen und ein grandioses Bühnenbild. Dies sind die Kennzeichen des 7. Fasnachtskiechli. Ein guter Jahrgang mit viel Witz und nur wenigen Schwächen, in dem Salvi und 2014 noch etwas mehr Almi zu brillieren wissen.

„Fasnacht muess nit luschtig sy, sondern scheen“, heisst es im ersten Stück des Fasnachtskiechli. Eine Vorfasnachtsveranstaltung dagegen muss lustig UND scheen sein – Almi und Salvi schaffen dies im 2014 mit Bravour. Wobei es sehr erstaunt, dass die Abfolge der Nummern mit so viel Zug geschieht, obwohl ja nur zwei Protagonisten auf der Bühne stehen, was Umkleidepausen zwangsläufig bedingt.

Ebenfalls auffallend ist, dass fast alle Nummern fasnächtlichen Bezug haben und man gar nicht erst versucht, alle Geschehnisse des abgelaufenen Jahres reinzupacken. Trotzdem kommen kleine Spitzen nicht zu kurz, wenn etwa ein Laternenspruch zitiert wird, dass der abtretende Conti doch die anderen sechs auch gleich mitnehmen soll.

Einige der Nummern sind wirklich hammermässig. So, wenn die beiden eine Unterhaltung fast nur in Cliquen- und Guggennamen führen und man erfährt, dass im Barbara-Club hauptsächlich Kratzbürsten verkehren und man von Mohrenköpfen den „Pfluderi“ bekommen kann. Oder wenn Almi in wenigen Minuten das gesamte Tattoo-Geschehen parodiert.

Überhaupt ist der erste Teil sehr auf diesen Protagonisten zugeschnitten, und Almi kann sein komödiantisches Talent perfekt ausspielen, während sein Partner oft nur Stichwortgeber spielt. Nach der Pause gleicht sich dies etwas aus; vor allem, wenn Salvi eine Mini-Stubete inszeniert oder den absoluten Kotzbrocken von Chef inszeniert. Grandios schliesslich beide als Schwoobekäfer und Made in Basler Restaurantküchen und als Santiglaus und Schmutzli mit Migrationshintergrund. Angesichts der gerade herrschten Profilierungssucht der Überkorrekten ist nur zu hoffen, dass nicht irgend eine Spassbremse hier die Gelegenheit zu erneuter  Strafanzeige nutzt.

Nebst all den Wort-Nummern sollen auch die musikalischen Akte nicht vergessen, sondern begeistert gelobt werden. Sind die Ideen, die Retraite auf einer Pauke zu trommeln oder das „Läggerli“ mit Tuba und Trommel zu intonieren, schon herrlich, so war der „Choderi“, ein Marsch für zwei Vergrippte, buchstäblich zum sich krank lachen.

Alles in allem ein toller Premierenabend mit ganz wenigen Schwächen. So ist die xte „Cliquensitzung“ nicht gerade mit Pointen gesegnet und in der Schlussnummer dürfte man auf Erbrechen, Nachgeburt und ähnliches gerne verzichten. Dass es auch bei heiklen Themen „luschtig und scheen“  zugehen kann, beweist die herrlich makabere Nummer, in der Almi und Salvi als Rentner ihre Veranstaltung unter dem Namen „s Urneli“ buchstäblich „Schlaag uf Schleegli“ zelebrieren.

Fasnachtskiechli: 28. Januar – 1. März 2014 im Scala. Mo. – Sa. 20 Uhr, So. 18 Uhr. Ticketpreis normal CHF 58.-, ermässigt CHF 53.-. Vorverkauf bei Bider&Tanner sowie an den üblichen Vorverkaufsstellen.
Fasnachtskiechli für Binggis: 16. und 23. Februar 2014, 15 Uhr, im Scala. Ticketpreis CHF 26.- für Erwachsene und CHF 16.- für Kinder.
Mehr Infos unter www.fasnachtskiechli.ch