Um die Basler Fasnacht muss niemandem bange werden. Am Fasnachts-Zyschtig zeigte sich erneut, welche Faszination der berühmteste Basler Brauch mit seinem Hang zu Kunst, Verkleiden und Fantasie gerade auf die Kinder ausübt. Viele steckten in Cowboy- oder Tierkostümen, nicht wenige aber warfen sich ins Kostüm des klassischen Waggis und benahmen sich entsprechend. Zahlreiche Cliquen bemühen sich an diesem Cortège-freien Fasnachtstag um den eigenen Nachwuchs.
Bereits zwölf Tage zuvor hatten sich schliesslich an die 6000 Schülerinnen und Schüler, weit mehr als erwartet, am einmaligen Basler Schüler-Cortège beteiligt gehabt. Gestern profitierten die Kinder natürlich auch davon, dass nach einem regnerischen Morgen wie bereits am Montag die Sonne beim Fasnachtstreiben Spalier stand.
In dieses poetisch verträumte Bild des Tages passen auch die vielen Schyssdräggziigli, die gestern durch die Gassen der Altstadt zogen, sowie die berühmten Schnitzelbängg in den Kellern und Beizen. Gegen Abend aber übertönten die Guggen endgültig die stilleren Fasnachtselemente – und damit schlug die verträumte Stimmung über der Stadt schnell in Ausgelassenheit um.
Beeindruckt vom fasnächtlichen Treiben in Basel zeigt sich auch Tamer Aboalenin, der Korrespondent von Al Dschasira. Auf Provokationen gegenüber Gaddafi und beleidigende Witze über Minarette sei er nicht gestossen, die Fasnächtler würden eher über die eigene Regierung spotten, stellt er in einem Interview fest.
Weitere Informationen:
Fasnachts-Berichterstattung 2010 der bz auf einen Blick



