Es herrschte ein seliges Geben und Nehmen an der Kinderfasnacht.
Der Hase und der Fuchs hopsen in Spidermanschuhen Richtung Barfi. Bewundernd schauen sie einem Waggis nach, der kaum grösser ist als sie – und sich seine Räppli von der Mutter hinterher tragen lässt.
Hat es eigentlich immer schon so viele Waggis an der Kinderfasnacht gehabt? Sie sind überall: auf den grossen Wagen, in den Leiterwägeli, sie schlurfen neben her, bilden eine rätschende Vorhut oder schleichen sich unbemerkt von hinten an die Mädchen und jungen Frauen heran. Bei dem Lärm in der Innenstadt hört man eben ihre Holzzoggeli nicht.
Von all dem Gestopfe unberührt zeigt die kleine Katze keine Scheu vor dem grossen Waggis, der ihr ein Dääfi überreicht. Im Gegenteil, frech streckt sie die andere Hand aus und verlangt von seinem Kollegen auch noch eins.
Seinem Kostüm alle Ehre macht ebenso der König der Kiebitze und lässt sich reich beschenken. Nicht viel scheint sich der schöne Schmetterling aus dem farbenfrohen Bleistift zu machen, sondern lässt ihn gelangweilt in die Tasche der Mutter gleiten.
Herzige Prinzessin
Die Prinzessin hingegen zeigt Herz und sagt, sie werde den erhaltenen Pin ihrem Papi schenken. Und auch das verrückte Huhn strahlt, als es ein Schöggeli erobern kann. Sein Hai-Bruder taucht da lieber unter.
Auch dem kleinen Tiger scheint die Kinderfasnacht nicht ganz geheuer. Als zudem noch eine Tambourengruppe in Henkerskostümen vorbei marschiert, flüchtet er sich in die Arme der Mutter. Bange Momente durchlebt auch das süsse Marienkäferlein: Es findet sich plötzlich auf Augenhöhe mit einem Dinosaurier.
Das Lächeln kehrt aber sofort wieder zurück, denn es fährt eine allerliebste Chäferposcht vorbei. Schatzig dann der Sydebolle auf dem Striggedde-Wagen, lustig die Grippe-Schweinchen, knuddelig die Globi der Windleschnägge und wunderschön die beiden Alte Dante der Verluuste. Cool geben sich die City Beach-Waggis der Gümeler mit ihren Simon Ammann-Brillen.
Auf Facebook befreundet?
Total gestylt in ihrer Silberjacke ist auch die Waggis-Hexe – solch eine heisse Mischung bringen wohl nur die Bebbis zustande. Doch auf dem Baustellenwagen der Fidlepfätzer arbeiten Waggis Hand in Hand mit Cowgirls – ob sie wohl auf Facebook Freunde geworden sind?
Den Dreck satt haben die Schoppenwärmer. Nicht jenen der Baustellen, sondern den in den BVB. Sie fahren deshalb in einem blitzsauberen Trämli vor. In Sachen Design werden sie da höchstens noch von einem Kranwagen und einem Hexenhäuschen geschlagen. Nicht nur mit Zahlen schlagen sich die Fantastischen 6 + 1 = ca. 8 herum, auch mit den Ritualen der Kinderfasnacht – sie seien Anfänger, bekennen sie.
Aber ob zum ersten Mal dabei oder schon Profi, ob hoch auf einem Wagen, auf einem Doppelvelo oder am Strassenrand, alle schweben sie an diesem Nachmittag gemäss dem Motto der Wolke-Waggis auf Wolke 7 – übrigens der einzigen Wolke am immer sonnigeren Himmel.
Weitere Informationen:
Fasnachts-Berichterstattung 2010 der bz auf einen Blick



