Bängg III / Fernsehen sorgt für Stau

25. Februar 2010 | Von | Kategorie: Nachrichten

Fast zwei Stunden haben sich die Gäste im Restaurant Aeschenplatz gedulden müssen, bis sie auch wieder geistige Nahrung erhalten haben.

Nach über einer Stunde, als sich erste Abwanderungsbewegungen der Gäste ausmachen liessen, war zu vernehmen, dass der Stau entstanden sei, weil die sehnlichst erwarteten Bänggler ihren helvetischen TV-Auftritt nicht verpassen wollen. Später liessen dann gewöhnlich gut unterrichtete Kreise verlauten, dass Bundesbern die Basler Polizei beauftragt habe, unverzüglich alle Gaddafi-Helgen und -Verse zu beschlagnahmen.

Richtig ist jedenfalls, dass in knapp zwei Stunden – vom Publikum jeweils fast frenetisch begrüsst – lediglich d Bebbi Buebe und Uffestuehler aufgetaucht sind. Letztere mit einem Beitrag zur Integration und der geht so:

Igg jetz fertig in Diirggai,

IV hett miir funde.

Igg jetz gangge Basel hai,

s git kaini Gäld dert unde.

Kaini Minarett in Schwyz,

isch miir voll egal.

Singg wiider myni Bangg Schnitzel,

isch denn krass normal.

Danach sorgte der Fäärimaa für die reibungslose Fortsetzung des Bänggler-Marathons, während dem sich nun ein Höhepunkt zum anderen reihte. Angekommen ist etwa dieser Vers des Solisten:

Nach zäh Joor FC Basel

sin mir ihn loos, dr Groos,

und der Thorsten Fink

zieht s grosse Loos.

Falls äär’s e bitz kaa dreischter mache,

wird d Oeri no zum Maischter-Drache.

Diese Meisterfeier hat auch d Striggedde mit einem Monster-Medley gefordert.

Daneben bekamen von der Comité 2000-Truppe aber auch andere ihr Fett ab, wie diese Kostprobe zeigt:

Dr Beus verkauft e Gaggeli

und macht e huffe Gäld!

Well Gäld nid stinggt,

ischs Kinschtler sy

so ‘s Scheenschti uff dr Wält!

Dr absoluti Kinschtler isch,

wär sich ins Fischtli lacht

und mit so Schyssdrägg iiber Nacht,

wie mit der BaZ Millione macht!

Ironie des Zufalls, dass nach den Platzhirschen gleich ihre früheren «Konkurrenten» ihren ebenso klangvollen Chorauftritt hatten. Aus dem Repertoire der Gasladärne haben wir diesen Vers ausgesucht:

‘S Trudi Gerster, wo jetz 90 worde isch,

wirggt als Määrlidante

nimme grad so frisch.

Fir ihri Noochfolg heert me

doo und deert scho munggle,

gsäch me der Merz

als nationaale Määrliunggle.

Erstmals auf der Gass sind d Paparazzi. Ausgerüstet mit einem Riesen-Fotoapparat und zu Banjo-Begleitung haben sie etwa den zur Zeit berühmtesten Zwillingsvater anvisiert:

Dr Rodscher macht e Sprint

und pfyfft scho us em Lüngli.

Doo lütted s Delifoon: «Hallo?»

– ‘s isch Lind und Sprüngli.

Und scho het sy Konto über Nacht

dank Sprint und Lüngli,

dank Lind und Sprüngli,

grad e Quante-Sprüngli gmacht.

Der Oberbaselbieter Heiri, der seine Helgen auf alten Kornsäcken von einem Säuli präsentieren lässt, hat mit diesem Vers das Publikum begeistert:

D Doris Leuthard, d Erika Forster

und die Pascal Bruederer,

die sin im Sumpf vo Bärn

die allerheggschte Ruederer.

Villicht isch jo das dert oobe ney:

Frauen an die Macht!

Für mii ischs aber Alldaag:

das han ych jedi Nacht.

Eher zu den «Braven» gehören d Dootebainli, die einem Reizwort dieser Fasnacht einen neuen Sinn gegeben haben.

D Dante Mina,

die gheert nooni zu de Alte,

gheit bym Nordic Walke

in e Gletscherspalte.

Doch d REGA sait,

wo si dr Heli mit em Handy riefe wott:

«Mir hän do in dr Schwyz

e Mina-rett-Verbott.»

Bleibt noch nachzutragen, dass Formationen des Schnitzelbank Comités, der Basler Schnitzelbangg Gsellschaft, der Verainigty Schnitzelbangg Gsellschaft und des Comité 2000 aufgetreten sind. Halleluia – oder Neubaseldytsch: Inschalla ihr Schnalla!