Charivari 2011: Zurück zu den Variété-Wurzeln

24. August 2010 | Von | Kategorie: Nachrichten

«Wir fangen bei Null an», begrüsste Charivari-Obmann Walter F. Studer zur Präsentation des alt-neuen Vorfasnachtsanlasses am 24. August im Volkshaus. Dies gilt personell, indem ein komplett neuer Vorstand mit Erik Julliard als Vize-Obmann, Thomi Stauffer als Chef Administration und Christian Vultier als Verantwortlicher für Sponsoring und Finanzen geschaffen wurde. Dass dieses Trio aus der Tattoo-Organisation kommt, ist kein Zufall: Die Durchführungsrechte wurden für 2011 vom neuen Vorstand an die Basel Tattoo Productions GmbH abgetreten. Dies geschah gegen einen entsprechenden Abgeltungsbetrag und mit einem separaten Durchführungsreglement, aber – so Studer: «Basel Tattoo trägt die Verantwortung, aber auch das Risiko.»

Um sich das bestehende Know-how zu sichern, komplettiert ein Trio aus dem ehemaligen Charivari-«Stöckli» in den Personen von Armin Faes, René Roth und Rico Tarelli in beratender Funktion den Vorstand. Der neue Verein, der ausschliesslich aus den Vorstandsmitgliedern besteht, nennt sich nun «Glaibasler Charivari». Als Motto wurde «usem Volgg – firs Volgg» gewählt. Fasnächtler aus Basel sollen sich dem Publikum präsentieren dürfen, wobei man laut Erik Julliard natürlich die «Crème de la crème» wolle.

Im musikalischen Bereich lässt sich dies tatsächlich gut an. Mit den «Naarebaschi» kommt, so Julliard, «die beste Clique», mit der «Schotte Clique» die renommierteste Guggenmusik, dazu wurde unter Mithilfe von Michi Robertson, Kurt Stalder und Thomas Weber eine «Starpfeiferformation» neu geschaffen. Wer als Tambour-Stargruppe auftritt ist laut Julliard noch «top secret». In Verhandlungen ist man mit den Schnitzelbängglern, mit dem Ziel, auch hier zwei «Top-Shots» zu bekommen.

Für die Regie und den Wortbereich zeichnet Danny Wehrmüller verantwortlich, der dieses Jahr für Förnbachers «Ridicule» arbeitete. Auch ein schauspielendes Sextett konnte bereits verpflichtet werden, wobei der national (Viktor und Giacobbo) bekannte Stimmenimitator und Stadtführer David Bröckelmann heraussticht, der mit Salomé Jantz auch gleich seine Frau mitbringt. Ein weiteres Paar tritt mit Silvia Wessang und André Jaeggy auf, die genauso Charivari-Erfahrung haben wie Niggi Reiniger (E Zwaier us dr Schnaabeltasse). Komplettiert wird das Sextett durch die vom «Pfyfferli» bekannte Colette Studer.

Man wolle dafür sorgen, dass die Rahmenstücke zwischen den musikalischen Highlights «zumindest nicht stören», meinte der Regisseur vordergründig bescheiden. Auf alle Fälle solle das neue Charivari keine «lieblose Aneinanderreihung von Einzelnummern» sein, sondern sich in der Minimum-Variante als Abfolge von Spitzen-Events, im Maximum sogar als miteinander verwobenes Programm zeigen. Mit den Textern, die anonym bleiben wollen, habe man sich diesbezüglich schon abgesprochen, mit den musikalischen Formationen folgen entsprechende Absprachen noch.

Es sei eine der wichtigsten und gleichzeitig auch eine schwere Entscheidung gewesen, sich vom «unique selling point» des Musiktheaters zu verabschieden, gestand Erik Julliard. Man wolle aber bewusst zurück zu den Wurzeln und glaube daran, dass sich so schnell wieder eine Identifikation mit der Bevölkerung und den Zuschauern erreichen lasse. Der Anfang sei ermutigend, erklärte dazu der Charivari-Obmann; die Präsentation bei der «Helfer-Familie» bereits auf gute Resonanz gestossen und auch die Zusammenarbeit im Team gehe erfreulich vor sich, auch wenn es – so Studer – manchmal auch Funken gebe, aber «nur wo es funkt, kann auch ein Feuer wachsen.»