Die Wetterprognose stimmte nicht gerade optimistisch: «Der Samstag gestaltet sich wechselnd bis stark bewölkt, immer wieder nass uns kühl.» Keine optimalen Voraussetzungen für den Sternmarsch der «Basler Guggemusig Gmeinschaft» (BGG). Doch Petrus hatte ein Einsehen – und so ging die zwölfte Auflage, welche unter der Schirmherrschaft von Regierungsrat Christoph Brutschin stand, fast trocken über die Bühne. Organisiert wurde der Sternmarsch durch die Glaibasler Schränz-Brieder, die neben dem Einsatz an den Verpflegungsständen ab 12.30 Uhr die Zuhörer bis zum Eintreffen der ersten Formation auch musikalisch unterhielten. Während mit der Fasnachtsgesellschaft Gundeli bereits zum vierten Mal ein Stammverein an der «Betteltour» teilnahm, wurde mit den Stachelbeeri erstmals eine Gugge-Gastformation eingeladen. Die Orginal Chnulleri überliessen ihnen ihre Route und schüttelten dafür – statt zu schränzen – eifrig die Sammelbüchsen. Der Erlös geht dieses Jahr an den Basler Verein «Lebensträume».
Angesagt durch André Auderset (die Moderation ist ebenfalls eine Premiere) erscheinen die Ohregribler als erster Route-Teilnehmer um 13.30 Uhr auf der Treppe vor der Barfüsserkirche, dann folgen im Halbstundentakt die restlichen sieben Formationen. Trotz fetzigen Melodien wie «I wanna go home» und «Goodbye, My Love, Goodbye» hält sich der Beifall der Zuschauer noch in Grenzen. Als die Pumperniggel bereits nach drei Stücken abtreten, meint Auderset: «Dies ist verständlich. Die Gugge wurde 1949 gegründet und es hat noch ein paar Gründungsmitglieder dabei.» Dadurch entsteht eine längere Pause, in der man sich zu sehr moderaten Preisen mit Schnitzelbrot, Kalbsbratwurst oder Klöpfer versorgen, den Durst mit Mineral, Bier oder Wein löschen oder sich einen Gin Tonic genehmigen kann.
Weiter geht es mit den Rätsch-Beeri und ihren «Roten Lippen», die man bekanntlich küssen soll. Bei ihnen haben, im Gegensatz zum Bundesrat, die Frauen eine 100-prozentige Mehrheit. Und die Tambourmajorin lebt die gespielten Melodien gestenreich mit. Es folgen die Räpplischpalter und – mit weissen Handschuhen und ihrer Erkennungsmelodie «Zehn kleine Negerlein» – die Gugge Mohrekopf. Inzwischen werden die Beiträge immer wieder aus einer anderen Ecke kräftig bejubelt. Es hat den Anschein, als bringe jeder Formation ihren eigenen Fanclub mit.
In einem kurzen Interview zeigt sich BGG-Präsident Daniel Bachmann erfreut über das Wetterglück – was er lieber unterlassen hätte, da es kurz darauf leicht zu regnen beginnt. Die Idee zum Sternmarsch entstand bei der Gugge Mohrekopf. Nachdem es vor zwölf Jahren auf dem Marktplatz mit einem Wurst- und einem Bierstand begonnen hatte, sind es heute je zwei Wurst- und Bierstände plus eine Bar. Wohin das gesammelte Geld kommt und für was es verwendet wird, das zu wissen, sei ihnen immer wichtig gewesen. Leider kennen sie nur wenige Organisationen, welche sich für behinderte Menschen einsetzen. Daher werden immer wieder neue gesucht.
Als erste, zeitlich fünf Minuten vorgezogene «Wassermusik» gefallen das Spiel der Fasnachtsgesellschaft Gundeli mit «Walliser», «Glopfgaischt» und dem «Wettstaimarsch» und dessen Tambourmajor mit seiner Stockakrobatik. Damit wurde er 2009 Sieger am Offizielle Brysdrummle und -pfyyffe in der Kategorie Tambourmajoren. Dann folgt ein kuzer, aber kräftiger Regenguss, welcher aber in leichten Nieselregen übergeht als die Grunz Gaischter – mit zwei Piccolos – den «Stern, der deinen Namen trägt» intonieren. Zitat Auderset: «Singin’ in the Rain» hätte besser gepasst. Als letzte Gruppe erscheint aus der Barfüssergasse die Gastformation Stachelbeeri. Festlich in schwarz-weiss gekleidet und mit einem braunen «Schaf» in der Mitte beenden sie den Anlass mit einem Song inklusive Wiederholung, der an einem Sonntagmorgen gut zu Basel passt: «Dirty old Town».
Weitere Informationen:
Basler Guggemusig Gmeinschaft BGG
Lebensträume



