Genau Rechtzeitig kam die Rücktrittsankündigung von Regierungsrat Carlo Conti um im Programm des diesjährigen Ridicule im Theater Förnbacher noch kurzfristig Aufnahme zu finden. Unter dem Motto „e Nase voll Fasnacht / Fasnacht für’s Härz“ schlug Helmut Förnbacher das Fasnachtsbuch auf und was da auf 21 Seiten aufgeführt ist, darf man durchaus hervorheben.
Das Ridicule 2014 zeichnet sich nicht durch Schenkelklopfer-Humor aus. Die Darbietungen, welche allesamt hochprofessionell vom Ensemble (Sandra Förnbacher, Victor Behounek, Caroline Felber, Kristina Nel, Gisèle Rastberger, Hanspeter Stoll, Perscy von Tomei und Helmut Förnbacher) dargeboten werden, finden aber grossen Anklang beim Publikum. Hervorzuheben sind dabei die beiden Monologe von Caroline Felber (Gwunne) wo sich eine ältere Baslerin erfolgreich gegen einen vermeindlichen Strassenräuber behaupten kann und von Helmut Förnbacher (Abhörprotokoll), der den Skandal rund um angezapfte Telefone auf gelungene Weise in den Theatersaal bringen kann. Etwas sehr melancholisch aber nicht minder sehens- und hörenswert ist „Am Rhywääg bi der Münschterfähri“ wo ein älteres Ehepaar die letzten Minuten der Fasnacht geniesst und dabei über die Vergangenheit philosophiert. Eine Geschichte die unter die Haut geht.
Hanspeter Stoll und Helmut Förnbacher als extrovertierte, skurrile Damen auf dem Balkon, ziehen wie gewohnt über die Verantwortlichen von Behörden, Direktoren von Banken und Regierungsvertreter der beiden Basel her. In ihrem spontan wirkenden Dialog verteilten sie reihenweise Seitenhiebe auf sarkastisch, satirische Art und wiegen schliesslich ab, ob Basel jetzt wirklich das Paradies sei. Nach der ersten Balkonszene im ersten Teil des Programms freuten sich die Premierenbesucher bereits auf das zweite Zusammentreffen.
Die musikalische Leitung liegt im Piccolo-Bereich heuer in den bewährten Händen von Fabienne Stocker. Ihr zur Seite stehen neben der amtierenden Pfeiferkönigin, weitere vier frühere Königinnen. Dieses blaublütige Ensemble war für die Höhenflüge im fasnachtsmusikalischen Bereich verantwotlich. Ihr grosses Können bewiesen sie mit „em Fritzli“ und „em Pinocchio“. Ein Genuss!
Für die trommlerischen Elemente ist die Formation „pianoforte“ unter der Leitung von Nicola Dreier zuständig. Mit fluoreszierenden Trommelsticks faszienierten sie mit einem gekonnten „Fluorit“. Ein zweites Trommelsolo hat den passenden Titel „Faszination“. Die Trommelkünstler ernteten grossen Applaus.
„Dr Swingvogel“ Victor Behounek „meets“ in der Folge „the violines“, der musikalische Höhepunkt des diesjährigen Ridicule. Piccolokunst auf höchsten Niveau in einem Duell mit zwei Geigen. Ein Vergnügen dies konsumieren zu dürfen.
Für die singende Zunft konnte das Förnbacher-Theater in dieser Ridicule Spielzeit „s Schunggebegräbnis“ und „s Glettyse“ gewinnen. Während die Erstgenannten vierstimmig, harmonisch und eher auf sanfte Art ihre fein pointierten Verse zelebrierten, schmettern die beiden Waschweiber ihre Zeilen in altbekannter Manier in die Zuschauerreihen. Für Lacher sorgen sie zudem mit ihrer abstrusen Tanzschritteinlage.
Nach 2 Stunden aneinander gereihten Programmpunkten schliesst sich das Fasnachtsbuch. Das Ridicule 2014, eine feine Vorstellung, in welcher die gesellschaftspolitischen Themen gnadenlos angesprochen werden und den Verantwortlichen verbal die lange Nase gezeigt wird. Ein Programm für Kenner dieses Kleintheaters und Geniesser der hohen Fasnachtsmusikkunst.
S’Ridicule 2014. Förnbacher Theater im Badischen Bahnhof. Premieren 8. und 10. Januar, Derniere 28. Februar 2013. Weitere Vorstellung 11., 12., 17., 18., 25. und 29. Januar sowie 1., 2., 6., 8., 14., 15., 21., 22. und 28. Februar, jeweils abends um 20.00 Uhr und sonntags um 18.00 Uhr. Vorverkauf im Theater selbst (Tel. 061 361 90 33, E-Mail: info@foernbacher.ch) und an allen bekannten Vorverkaufsstellen. Weitere Informationen: www.foernbacher.ch.



