«Leute wie sie braucht unsere Gesellschaft»

9. November 2010 | Von | Kategorie: Nachrichten

Da der zwölfte Sternmarsch der Basler Guggemusig Gmeinschaft BGG dieses Jahr bei günstigem Wetter stattfand, kam bei der Sammelaktion der stolze Betrag von 15’000 Franken zusammen. Dieser wurde gestern Abend im Schulrestaurant «pizzaioli@work» im Horburghof dem Verein Lebensträume übergeben.

Mit etwas Verspätung konnte Präsident Daniel Bachmann Regierungsrat Christoph Brudschin, Vorsteher des Departements für Wirtschaft, Soziales und Umwelt begrüssen. Er freute sich, dass zum ersten Mal der Chef des Sozialdepartements die Schirmherschaft übernommen hatte. «Er hat zur Beruhigung vorher ein Bier getrunken, da er nicht gewohnt ist, vor so vielen Leuten zu reden», verriet Bachmann augenzwinkernd. «Dank dem angenehmen Wetter kamen viele Leute auf den Seibi, es wurde getrunken, gegessen und Batzen gespendet», erklärte Bachmann. Sein Dank galt den Gastformationen Stachelberi und Gundeli – sowie dem von «Fernsehen und Radio weltbekannten Moderator André Auderset».

Brudschin überbrachte die Grüsse der Basler Regierung. Zwar mache der Kanton einiges, doch für manche Sachen sei kein Platz im Budget. Daher finde er es toll, was der Vorstand und seine Mitarbeiter leisten. Da Michel Fischer vom Projekt @work absagen musste – die Hexe hatte ihn angeschossen – wurde er von Marcello Schuhmacher vertreten. Er ist zwar kein Basler, sondern Luzerner. Bei der Suche, was «Gugge» heisst, fand er folgenden bemerkenswerten Text: «Bei einer Guggenmusik handelt es sich um eine stark rhythmisch unterlegte, auf ihre eigene, sehr spezifische Art falsch gespielte Blasmusik. Meistens wird sehr gekonnt knapp neben der Melodie hergespielt, das heisst man erkennt die Melodie durchaus, aber sie klingt ziemlich schräg.» «Auch unsere Jugendlichen sind manchmal schräg und suchen die Melodie von ihrem Leben», erklärte Schuhmacher. «Bei uns lernen sie unter normalen Arbeitsbedingungen zu arbeiten.»

Den Check über 15’000 Franken durfte als Stellvertreter der Jungen Yilmaz Demir entgegennehmen. Wie er erzählte, hatte er nach der Ausbildung im @work eine Stelle gefunden, doch die Firma musste Konkurs anmelden. Daher ist er jetzt wieder zurück. Abschliessend wandte sich Schuhmacher an die Vertreter der BGG und meinte «Leute wie sie braucht unsere Gesellschaft».

Wie schon seit Jahren wurde die Checkübergabe von der «BGG-Hausband» Galgenvöge mit Louis an der Handorgel, Toni am Waschbrett, Kurt an der Tuba und Chris am Banjo mit rassigen und keineswegs schrägen Melodien umrahmt.

Das Projekt @work bildet aus verschiedenen Kulturen stammende Jugendliche zu Pizzaiolos oder Pizzaiolas, Hilfsköche oder Service-Fachpersonen aus. Während ihres einjährigen Praktikums werden sie im Berufsfindungsprozess begleite und beraten. Schulische Defizite werden aufgeholt, und als Abschluss winkt ein anerkanntes Zertifikat. Die Erfolgschance liegt bei 90 Prozent. @work wurde am 15. März 2007 mit dem «schappo»-Preis ausgezeichnet

Basler Guggemusig Gmeinschaft BGG

Lebensträume