«Mit fünf Mark sind Sie dabei!
» Die Zeiten sind endgültig vorbei.
Heute heisst das Motto: «Für 200 Franken
Freude bis ans Lebensende, mit
den Kuttlebutzern!» Und gleich geht
auf der Neujahrskarte, die einen arg
dezimierten Haufen von Tambouren
und Pfeifern der Kuttlebutzer in farbenprächtigen
Kostümen zeigt, der
vorfasnächtliche, um Sponsoren bittende
Werbespot weiter: «Alle die
schon lange wollten, die noch immer
wollen bis zum Schörschli, Gitz und
Gnäpper, Goggs und Zylinder, Gürtel
und Hosenträger, Rollschuhe und
Pömms.» Und schliesslich schon fast
entschuldigend mit einer Prise Selbstironie
und in baseldeutschem Kauderwelsch:
«Goots no? Gäll e schöne Sonne-
Mond- und Stärnehimmel.»
Worum geht es? «Der Viererausschuss
des Kuttlebutzer-Vortrabs als
Verleger mit Ebi Kornfeld, Kunst und
Kommerz, Robi Hiltbrand, Buch und
Bild, Werni Huber, Schuh und Schulden,
Hans Wirz bald, Architektur, teilt
der Fasnachtswelt mit, dass er den
«endgültig-definitiven Digitaldruck
des einmaligen, sensationellen, die
Weltliteratur und die Kunstszene bereichernden
Bildbandes über die Kuttlebutzer-
Fasnacht (1957–1999) in die
Welt posaunen» kann (trommeln und
pfeifen wäre wohl treffender, Red.). Es
soll sich dabei um ein Meisterwerk mit
156 Seiten Inhalt handeln, ohne Vorwort,
durchgehend mit 500 Fotos bebildert
und nicht abwaschbar.
Gegen 100 Seiten seien im ganzseitigen
Format brillenfrei zu geniessen.
Die weltbesten Basler Fasnachtsfotografen
hätten ihre besten Bilder honorarfrei
zur Verfügung gestellt. Alle
Sujets der 42 im Werk verewigten Jahre
werden in Fotos vorgestellt. Vom Charivari
zum YetiSchneemann. Die KuBu
auf dem Weg zum Ruhm oder was
rauskommt, wenn der Bundesrat ins
Kino geht. Der Geisterzug, die Rote
Garde mit chinesischen Junterössli an
der Hammer- und Sichelstrasse. Oder
nach dem Matrosen AHOI mit
Knautschzone bastelte Jeannot Tinguely
1974 das grosse Bums und die
Heilsarmee sang «Oh lägg doch uns
das Comité». Und, und, und…
Auf der Neujahrskarte folgt ein
Kurzabriss der bewegten Geschichte
der Kuttlebutzer, bis «1999 der Kerntroup
der KB noch weise wurde und die
Auflösung der Restenesser beschloss».
Den «lieben Sponsoren und allen,
die es noch werden wollen», vertraut
der kuttlebutzervorträbliche Viererausschuss
an, dass es «durch die kleine
Auflage, den umfangreichen Inhalt und
die grosszügige Ausstattung mit farbiger
Schutzhülle (Schuber)» unmöglich
sei, das Buch noch billiger als für 200
Franken abzugeben. Und darum bittet
das Vortrabs-Ausschuss-Quartett:
«Nehmt den Einzahlungsschein! Steht
Schlange am Postschalter und zahlt
ein! Bitte machen Sie mit!» Selbstverständlich
fehlt auch das entsprechende
Postcheck-Konto nicht. Aber das erfahren
unsere Leserinnen und Leser wahrscheinlich
durch ein Inserat. Denn ein
solches in der bz aufzugeben, werden
sich die seit jeher best betuchten Kuttlebutzer
nach diesem PR-Beitrag gewiss
nicht nehmen lassen…



