Baseldytsch II. Welch ein Zufall: Auch Radio Basilisk hat die baseldeutsche Sprache zu einem seiner Themata der nächsten Wochen auserkoren. Wer am Montag morgen zwischen 8 und 9 Uhr sich auf 107.6 MHz zugeschaltet hat, der hat nämlich von Moderator Patrick Bardelli erfahren, dass «unsere Kids» immer früher Fremdsprachen lernten, Baseldeutsch dagegen zu kurz käme. Dagegen müsse etwas unternommen werden. Und wer könne das schon besser als Radio Basilisk, das Basler Radio, stellte Bardelli rhetorisch in den Raum. Mehr zum Thema «rettet s Baseldytsch git’s als Neggschts grad nohn em Elton John», fügte er hinzu. Nach dessen «Can You Feel The Love Tonight» meldete sich noch einmal der Moderator. Er kündete «Noochhilfestunde in Sache Baseldytsch» an und fragte, ob man wisse, was
«Daigwirm» sinn. Der Nachhilfekurs besteht nun offenbar jeweils aus vorfabrizierten Kürzestbeiträgen, die unter dem Motto «rettet s Baseldytsch» stehen und in denen das jeweilige, der Hörerschaft unbekannte Wort erklärt wird. Den ersten Beitrag über die «Daigwirm» beschloss der äusserst gekünstelt und gestelzt plaudernde Sprecher mit «rettet s Baseldytsch, e Stiggli Heimat im Basler Radio». Es ist absolut sinnvoll und zu begrüssen, dass das Basler Radio sich mit der
baseldeutschen Sprache auseinandersetzt. Gut wäre aber, die Moderatorinnen und Moderatoren und der Sprecher der Nachhilfestunden-Beiträge würden selbst gut hinhören.
P.S. Fir die wo s au nit wisse: Neggschts sott nadyrlig näggschts haisse, Noochhilfe schlicht Noochhilf (also ohni e) und Haimat sälbverständlig Haimet.



