41 Mool schloofe… bis zem Morgestraich

20. Januar 2004 | Von | Kategorie: Nachrichten

Aifach männlig.
Kumm aifach. Ächti Männer, wo wänn pfyffe lehre oder scho
kenne, sin willkomme.
Aifach nit umzbringe.
Kumm aifach. Ächti Männer, wo guet drummle, sin willkomme.
Aifach Fasnacht.
Männer pfyffe besser. Bi uns kasch au als Erwaggsene pfyffe lehre.
Aifach die gröscht Tamboure- und
Pfyffergruppe.
Kasch drummle. Mer nämme Quer-Ystyger uff, wo drummle lehre.
Aifach e Tradizion.

So stehts im Internet auf der Homepage eine hochwohllöblichen Basler Clique,
gegründet im Jahr 1907. Der Hinweis, man(n) sei bis heute ein Männerverein
geblieben, fehlt auch nicht ­ die Basler Mittwoch-Gesellschaft, kurz BMG
genannt, ist sich selber treu geblieben. Die Clique ist allerdings seit 2001
keine Stammclique mehr; das dürfte der Preis für die hochgehaltene
Männlichkeit sein.

Aber sie pflegt eine eigenständige Fasnachtstradition und bringt gemäss
eigenen Aussagen im Internet einen „kompletten“ Fasnachtszug auf die Route,
nämlich mit „Vorryter, Vortrab, Requisit, Ladärne, Spiil und Wage“. Und die
BMG hat sich vor Jahrzehnten auch um den Fasnachts-Zyschtig verdient
gemacht.

An diesem Tag war nämlich vor Jahrzehnten gar nichts los, ausser den
Kindermaskenbällen. Bis sich die BMG in den dreissiger Jahren am
Fasnachtsdienstag am Abend auf die Gasse begab, mit Trommeln, Pfeifen,
Trompeten und Blechkesseln, wie 1937 die „AZ“ festhielt. Zum Schluss begab
sich die Schar in den Hof des „Löwenzorn“, spielte einen kläglichen
Trauermarsch und verbrannte die mitgeführte Miniaturlaterne.

Den Brauch hält die BMG seither hoch, noch heute wird das Zyschtigszügli mit
Totenehrung durchgeführt. Ein roter Domino spricht am Ende die passenden
Verse, bevor die Tambouren den Trauermarsch spielen. Seit einiger Zeit
findet dies auf dem Petersplatz statt.