Am Fasnachtsdonnerstag hat der Schaggi sein «Lärvli» weggegeben. «I
maag nimm! Tschau!» Er legte das feingeszeichnete «Gesicht» vor dem
«Stadt-Casino» hin und wankte davon. Die schwarze Träne unter dem linken
Auge des „Lärvli“ funkelte in die Nacht, wie wenn sie jeden Moment die
Papiermaché-Wange hinunterkullern würde.
Schaggi blieb die Jahre hindurch in der Stadt. Doch an die Fasnacht mochte
er nicht mehr gehen. Er trage zu schwer daran, sagte er, wenn ihn noch
jemand fragte. Es beschäftigte ihn auch kaum mehr, meinte er.
Kurz vor der Fasnacht sass Schaggi, wie meistens, im Château Lapin.
Plötzlich fühlte er, dass ihn jemand ansah. Schaggi schaute sich um, doch
alle anderen waren mit ihrem Bier beschäftigt.
Dann sah er es. Vis-à-vis an einem Kleiderhaken an der Wand hing es über
einem leeren Tisch und schaute zu ihm hinüber. «Lärvli!», rief Schaggi aus
und plötzlich strahlte er, wie er es seit Jahren nicht mehr getan hatte. Ein
wunderbares Gefühl durchströhmte ihn.
Langsam ging Schaggi zur Wand, nahm das «Lärvli» vorsichtig ab und rannte
dann aus der Beiz nach Hause. Er holte Schlegel und Böggli aus dem Keller
und übte wie ein Besessener. Das «Lärvli» schaute ihm vom Pult aus zu. Als
es dann «am Mäntig Vieri» schlug waren sie wieder da, zusammen, wo sie schon
immer hingehört hatten.



