Essen I: «Wer an der Fasnacht nicht isst und trinkt, bis ihm der kleine Finger steht, der wird das ganze Jahr nicht satt und froh», wurde früher gepredigt. Zudem mussten die Leute vor der Fastenzeit ihre verderblichen Vorräte aufbrauchen, weshalb an der Fasnacht haufenweise in Fett Gebratenes aufgetischt wurde. Gefastet wird heute zwar kaum mehr, dafür schlemmt man rund um die Fasnacht weiterhin Fasnachtskiechli, Schenkeli und Berliner. Allerdings scheiden sich die Geister zurzeit im Internet, ob der Berliner wirklich ein echtes Fasnachtsgebäck ist. Ist er, wenn man an die Wiener Erfinderversion glaubt: Die Wiener Bäckerin Cäcilie Krapf soll Ende des 17. Jahrhunderts sogenannte Cillikugeln zubereitet und sie in der Faschingszeit mit eingesottenen Früchten gefüllt haben. Doch auch die Berliner beanspruchen die Erfindung des Gebäcks, das sie Pfannkuchen nennen, für sich. Sie schreiben es einem Berliner Zuckerbäcker und ehemaligen Kanonier zu, der im 18. Jahrhundert Hefefettgebäck in Form von Kanonenkugeln herstellte. Na ja, auch gewisse Aktive schiessen an der Fasnacht aus vollen Kanonenrohren…



