Fast ideales Wetter am diesjährigen Morgenstraich: Die Aktiven und die vielen Zuschauer konnten sich bei nur minimaler Luftfeuchte und an angenehmen Temperaturen freuen. Entsprechend gross war das Gedränge, als es wie immer um 4 Uhr hiess: «Morgestraich – Vorwärts Marsch!» Weniger erfreulich war, dass sich leider auch dieses Jahr nicht alle Ladenbesitzer an die verordnete Verdunkelung hielten.
Es ist das erste, aber sicher nicht das letzte Mal, dass Hühnerhaut über den ganzen, leicht frierenden Körper geht: Wenn man vom Aussenquartier Richtung Innerstadt läuft und aus allen Ecken ein leises Klingeln zu vernehmen ist. Das charakteristische Geräusch der kleinen «Gleggli» auf diversen Fasnachtskostümen, meist dem Ueli. Ansonsten hört man wenig für die vielen Leute, die da unterwegs sind. Es ist fast eine andächtige Ruhe, vielleicht der eigenen, alljährlich wiederkehrenden Ergriffenheit geschuldet, vielleicht auch einfach der Müdigkeit.
Schon deutlich lauter geht dann an den «Hotspots» zu. Egal, ob am Marktplatz, am Seibi oder irgendwo sonst in der Basler Innerstadt: Ein Durchkommen war schon kurz nach drei Uhr kaum mehr möglich. Und da hat es schon die eine oder andere Gruppe dabei, die augenscheinlich durchgefeiert hat und auch jetzt noch hörbar feuchtfröhlicher Laune ist. Die Aktiven lassen sich nicht stören, sie folgen nach und nach dem Kommando «Ystoo!», ziehen die Larven übers Gesicht und warten auf den finalen Start.
Und dann der Moment, als die «Gleggli» von der «Glogge» abgelöst werden. Der immer gleiche und doch jedes mal neu wunderschöne Moment, «wenn’s Vieri schloot». Die Tambourmajore mehr oder weniger gleichzeitig «Morgestraich vorwärts Marsch!» rufen und die so lang ersehnte fasnächtkliche Kakophonie ihren Lauf nimmt.
Die Züge mit ihren Laternen wogen an den Zuschauermassen vorbei, manchmal sich eher mühsam den Weg bahnend. «Totals Gemoschte gsi» heissts in der Whatsup der Pfeiferin einer kleinen Gruppe danach. Und ein weiteres Ärgernis sind die zum Glück nur wenigen Haus- und Ladenbesitzer, welche es nicht schaffen, auf 4 Uhr morgens das Licht nach aussen zu löschen. Die Fehlbaren werden nach der Fasnacht Besuch vom Comité erhalten…
Nun hat man die Möglichkeit, sich die Sujetvielfalt anhand der Laternen ein erstes Mal zu Gemüte zu führen. Es werde eine Fasnacht mit viel «Klima und Grün», kündigte das Fasnachts-Comité an. Der ganz subjektive Eindruck: Die Auswahl ist viel vielseitiger. Da werden auch Zolli und Globi gefeiert, das Kinosterben bedauert und die herrliche Laterne der J.B. Saudihans (kein Tippfehler) weisst darauf hin, dass die reichen Scheichs bald alles einkaufen – aber sicher nicht die Basler Fasnacht. Ein Highlight der diesjährigen Fasnacht dürfte die «Lambbe» der Basler Bebbi werden, die als rosa Hase quasi vorbeihoppelt.
Nicht ganz an die Prognosen der Meteorologen hielt sich Petrus, der sonst doch alles dafür tut, als Basler bezeichnet werden. Oder er wollte einfach mal anmerken: «Ich könnte auch anders». Nach einer Viertelstunde Morgestraich-Sääligkait kamen doch noch ein paar Tropfen von oben. Sie werden hoffentlich die letzten gewesen sein für die Fasnacht 2024!



