Wie jedes Jahr lud das Fasnachts-Comité kurz vor dem Jahreswechsel zur Vernissage der neuen Fasnachtsplakette ins Volkshaus. Doch dieses Jahr hatte es eine besonders grosse Kiste in petto. Denn unter dem Motto «100 Jahre Fasnachts-Comite» wurden neben der Jubelplakette auch noch die Sonderbriefmarken der Schweizer Post vorgestellt.
«Das 100-Jahr-Jubiläum soll für das Comité keine Selbstdarstellung sein», erklärte Obmann Felix Rudolf von Rohr einleitend. Trotzdem durfte er stolz verkünden, dass die Fasnacht-Box reissenden Absatz finde, so dass vom Jubiläumsbuch bereits eine zweiten Auflage in Vorbereitung ist. Als weitere Höhepunkte im Jubiläumsjahr erwähnte er die Ausstellung «Fasnacht & Kunst & Tinguely» im Museum Tinguely, den grossen Umzug «Basler Schulfasnacht» am Donnerstag vor den Schulferien und die Premiere von Georges Gruntz «Milk and Honney» im Stadtheater.
Dann endlich wurde das grosse Geheimnis durch die Plaketten-Verantwortliche Ruth Ludwig-Hagemann gelüftet. Mit der Einladung zur Gestaltung der Jubiläums-Plakette wurde eine Rekordzahl von Einsendungen erreicht. 151 Entwürfe von 104 Künstlerinnen und Künstlern sind eingegangen. Am 11. Juni wurden die Entwürfe in einem sorgfältigen und mehrstufigen Auswahlverfahren bewertet. Sieger war, wie schon in den Jahren 2007 und 2008 Pascal Kottmann. Gäbe es einen Wanderpreis für Plakettenkünstler, so dürfte er ihn nun behalten.
«Nach längerem Überlegen wurde mir klar: Das hundertjährige Jubiläum des Fasnachts-Comités sollte „fasnächtlich“ daherkommen», erklärte der Künstler. Mit der Idee, dass das Hundert Jahr Jubiläum zwar «e rundi Sach» ist, das Comité also «scho hundert Joor uf em Buggel het» nahm die Sache Gestalt an. «In Anlehnung an das Comité-Logo kreierte ich eine „fasnächtlerische“ Umsetzung der Alten Tante. Mit Majorsstab spiegelt sie Freude, Schönheit und Grösse der Basler Fasnacht wieder», erklärte Kottmann.Traditionelle Fasnachtsfiguren sitzen auf ihren Schultern: der Ueli als «Trommler», der Dummpeter als «Vorträbler», der Waggis als «Wägeler», der Stänzler als «Guggenmusiker» und der Harlekin als «Piccolospieler». Wie immer hat Rudolf von Rohr das Motto in Versform gegossen:
E rundi Sach
Jetz, wo mer uff e groosse Runde aanestyyre
mit hundert Faasnachts-Joorgäng under Dach und Fach,
jetz wämmer bschaide, baaslerisch e bitzli fyyre,
denn immerhii sinn hundert Joor E RUNDI SACH!
Und d Feschtfraid wämmer au mit dr Blagette zaige:
mit dr Frau Faasnacht, wo uff iirem braite Huet
grad wien e Bluememaie unsere ganze Raige
vo Baasler Faasnachts-Naare presentiere duet.
Das Wärgg vom Pascal Kottmann gits wie gwoont in Kupfer,
in Silber, Gold und au als Bijou („Médaille d’Or“).
Es isch e ganz en elegante Ufftaggt-Dupfer
im Fasnachts-Comité sym Jubileeums-Joor.
Und wär d Blagette richtig bschaut, dä wird entdegge,
dass sich deert ganz im Egge in sym Naareglaid
dr 1911-er-Ueli duet verstegge,
die legendääri ”Noodle”, wie me z Baasel sait.
Jetz isch dä Ueli abgstaubt, gliftet, und mer dängge,
die Noodle gäbs als Souvenir no oobedryy
zem noo dr Faasnacht iber s Joor an Tschoope hängge.
E Juubeljoor lang Nostalgyy – das deerf doch syy!
s Fasnachts-Comité
Zusätzlich gibt es eine Ueli-Nadel als Spezialplakette mit Blick zurück auf die erste Comité-Fasnacht von 1911 mit der legendären Uelinadel. «Sie soll auch nach der Fasnacht das Revers zieren», wünscht sich Rudolf von Rohr.
Ausserdem widmet die Schweizer Post der Basler Fasnacht drei Sondermarken, je eine für einen der drei scheenschte Dääg. Für die Gestaltung wurden drei Basler Künstler eingeladen. Auserwählt wurden die Entwürfe von Andreas Daniel Vetsch (Plakettenkünstler 2006). Die Marken zeigen typische Fasnachtsfiguren. Am Spalentor startet eine Clique mit Vortrab und grosser Zugslaterne. Vor dem Rathaus werden ein Pfeife, ein Tambourmajor, ein Tambour und ein Waggiswagen vom Comité gegrüsst. Und an der Laternenausstellung vor dem Münster spielt eine Guggenmusik. Vorgestellt wurden die Marken von Post-Konzernleitungsmitglied Patrick Salamin. Besonders gut machen sich die Marken auf den drei Ansichtskarten mit Fasnachtsmotiven, welche der Basler Künstler Domo Löw gestaltet hat. Und von Fredy Prack gibt es im Philatelieshop eine in limitierter Auflage (150 Stück) erscheinende Originalgrafik für 124 Franken.
Die Plakettenpreise bleiben unverändert. Kupfer kostet 8 Franken, Silber 15 Franken, Gold 45 Franken und das Bijou 100 Franken. Die Ueli-Nadel kostet 20 Franken. Und wie gehabt ist die Plakette gleichzeitig das Eintrittsticket am Eröffnungstag der «MUBA» am 5. Februar 2010. In den Verkauf gelangen die Plaketten ab Samstag, 9. Januar 2010. Die Sondermarken erscheinen am 12. Januar 2010 und sind ab diesem Datum gültig. Der Vorverkauf startet bereits am 5. Januar 2010 im Internet und in Basel in der Philateliestelle der Hauptpost Basel an der Freie Strasse/Rüdengasse.
Detail-Ansichten (Quelle Fasnachts-Comité):
Bijou
Gold
Silber
Kupfer
Nadel
Marke
Weitere Informationen:
Homepage Fasnachts-Comité



