«Eigentlich würde ich sehr gerne einmal den Morgestraich miterleben, aber das geht halt leider nicht.» Diese Aussage hat Pedro Soares in den vergangenen Wochen oft gehört. Soares ist Leiter des Fachdienstes Förderung und Kultur bei der «Gesellschaft zur Förderung geistig Behinderter in Basel» (GFG). In dieser Funktion hat er Bewohnerinnen und Bewohner der insgesamt sieben Wohnheime im Sinne einer Bedürfnisabklärung nach ihren Fasnachts-Wünschen gefragt.
Entstanden ist daraus «eine unkonventionelle Idee», wie es Soares im Gespräch mit Basler Fasnacht Online (BFO) nennt. «Genau 36 Stunden vor dem Morgestraich soll dieser bereits bei uns stattfinden.» Mit anderen Worten heisst dies, dass sich Soares auf die Suche nach Tambouren und Pfeifer gemacht hat, die am Samstag, 28. Februar, um 16 Uhr im Burgfelderhof für rund 120 Personen (darunter 80 GFG-Bewohner) Fasnachts-Atmospähre versprühen wollen.
Mit diesem Wunsch ist Soares aber bisher auf taube Ohren gestossen. «Verzweifelt habe ich nach einer Clique gesucht, doch bisher blieben mir alle Türen verschlossen», erklärt er. «Ich bin mir durchaus bewusst, dass ich mit meiner Morgestraich-Idee jede Tradition breche.» Der in dieser Woche an BFO geschickte «Hilferuf» stellt quasi eine Art letzte Chance dar, die Idee von Soares und damit den Traum der Behinderten erfüllen zu können. Kooperativer haben sich die Guggemusigen gezeigt: So sind die Auftritte der Stachelbeeri und Märtfraueli bereits beschlossene Sache.
Auf Grund ihrer Behinderung und der damit verbundenen Betreuung ist es den meisten Bewohnern nicht möglich, sich ins Morgestraich-Getümmel zu stürzen. «Warum kann der Morgestraich dann nicht ganz einfach zu ihnen kommen», fragt Soares mit Begeisterung in der Stimme. Und eigentlich gibt es darauf auch keine Antwort. Interessierte Tambouren und Pfeifer können sich direkt bei Pedro Soares (Tel. 061 683 04 26 oder Mail kultur@gfg-basel.ch) melden.
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