1980 wars, als ein Quartett namens Striggede erstmals als Schnitzelbänggler in Erscheinung trat. Ein mulmiges Gefühl hätten sie gehabt, erklärt Basilisk-Gründer Christian Heeb als Sprecher auf der in diesen Tagen erschienenen Neuauflage der Jubiläums-CD: Ergänzt wurden die Jahrgänge 2000 bis 2004 – und aus «20 Joor Striggede» wurden kurzerhand «25 Joor Striggede». Eines hat sich seit den ersten Tagen aber nicht geändert: der Refrain.
«Yyneschtächen, ummeschloo, duurezieh und aabeloo…», gehört wohl zu den bekanntesten Bangg-Melodien. In ein Thema reinstechen, sich mit jemandem oder etwas herumschlagen, jemanden am Seil herunter lassen – sowie jemanden oder etwas durch den Kakao ziehen. Fertig war die Ohrwurm-Melodie.
Wobei dies so nicht ganz richtig ist: Erst seit 1982 sind auch die Verse selbst in der typischen Striggede-Melodie gesungen – in einzelnen Jahren immer wieder unterbrochen durch Exotisches. So etwa durch die «Affeballade» aus dem Jahr 1988, die auf einer Komposition von Elvis Presley beruht. Thematischer Auslöser war damals der Ausbruch von Affen aus dem Zolli und der damit verbundene, sehr zur Belustigung beitragende Versuch der Polizei, diese wieder dingfest zu machen. Ohnehin ist es interessant, mittels der Verse zu den Themen der Vergangenheit zurückgeführt zu werden: Schon 1982 wurde bei der Striggede gegen die Basler Zeitung geschossen, auch die erhöhte Hundesteuer war aktuell – und wie ein roter Faden ziehen sich die Geldsorgen des Staates durch die Zusammenstellung des 25-jährigen Schaffens. Oder wer erinnert sich noch an den Rheinschlepper «M.S. Corona», der in einen Pfeiler der Mittleren Brücke gefahren war und so an der Fasnacht 1985 zu Schnitzelbangg-Ehren kam?
Regelmässig war und ist die Striggede auch Gast in der Basler Vorfasnacht: 1987 erstmals am Glaibasler Charivari, 1994 am Mimösli und zuletzt am sehr erfoglreichen Pfyfferli-Revival sowie in der Stubete am Spalenberg. 1999 gingen die vier Herren übrigens letztmals als Comité-Bangg auf Baizentour – «man munkelt, die so genannte Ehrung für das 20-Jahr-Jubiläum durch ein Mitglied des Schnitzelbank-Comités im Theater sei mit ein Grund dafür gewesen», erzählt Heeb. In der Folge war ein Striggede-Exponent massgeblich an der Gründung des Comité 2000 beteiligt.
Zum diesjährigen Jubiläum erschien zum seit 1999 durchgeführten Striggede-Fest in der Safranzunft auch ein amtierender Bundesrat. Dabei handelte es sich aber mitnichten um jenen, der im folgenden Vers 2004 angeschossen wurde:
Wieso het ächt dä Leuebärger s Gretli gnoh herjee?
S haig gar nyt z due myt Hyroot, me miess das strategisch gseh!
Är welli greglete Verkehr (sowyyt är das no kaa)
Und ändlig z Ziri allem aa, sy aigni Aafluggschnaise ha!
Die CD-Produktion repräsentiert während über 70 Minuten einen gelungenen Querschnitt (leider liegen aus den ersten beiden Jahren 1980 und 1981 sowie 1983 keine Ton-Dokumente mehr vor), der – mit Pfeifermärschen unterlegt – viel fasnächtliches Ambiente schafft. Sie ist ab sofort im Online-Shop von Basler Fasnacht Online und Musik Wyler zum Preis von 35 Franken erhältlich.
Weitere Informationen:
Online-Shop Basler Fasnacht Online/Musik Wyler
Homepage Comité 2000



