«Um die Basler zu verstehen, muss man etwas über die Fasnacht wissen»

20. November 2003 | Von | Kategorie: Nachrichten

Mit Büchern, welche die Basler Fasnacht zum Thema haben, kann ohne weiteres ein kleines Bücherregal gefüllt werden. Sie alle sind entweder in Schriftdeutsch oder Baseldytsch geschrieben. Doch Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel. So erschien im Dezember 2001 im Verlag Bergli Books ein Buch mit dem Titel «Lifting the Mask – your Guide to Basler Fasnacht». Nun, zwei Jahre später, bringt derselbe Verlag eine ins Deutsche übersetzte Ausgabe des Bestsellers heraus: «pfyffe, ruesse, schränze – eine Einführung in die Basler Fasnacht». Gestern fand in der Buchhandlung Bergli Books am Rümelinsplatz die Vernissage statt.

Verlagsleiterin Dianne Dicks durfte erfreulich viele Interessenten begrüssen. Das vor zwei Jahren erschienene «Lifting the Mask» von Autor Peter Habicht mit Illustrationen von Fredy Prack sei auf eine erfreuliche Resonanz gestossen. Schon bald wurde der Wunsch nach einer deutschsprachigen Ausgabe geäussert. Dies ist nun geschehen, denn «man kann die Basler nicht verstehen, ohne etwas von der Fasnacht zu wissen», argumentiert Dicks. Laut Habicht handelt es sich bei der deutschsprachigen Ausgabe nicht um eine reine Übersetzung, sondern um eine Adaption mit einem neuen Kapitel über «Baseldytsch» und einem zusätzlichen Helgen von Prack.

Felix Rudolf von Rohr, Obmann des Fasnachts-Comités, war schon von der englischen Ausgabe begeistert. Umso mehr freut er sich über diese Neuerscheinung. «Zwar finden Puristen, es brauche keine Bücher über die Fasnacht», so Rudolf von Rohr. «Doch das Comité ist der Ansicht, die Fasnacht müsse für alle offen sein. Daher ist gerade dieses Buch ein idealer Ratgeber.» Während die Gäste sich noch lange angeregt unterhielten, waren die beiden Autoren in Fronarbeit mit dem Signieren ihres Werks beschäftigt. Dabei bildete sich vor Prack eine lange Warteschlange: Bei jedem Buch zauberte der Künstler neben einer Widmung auch noch die gewünschte fasnächtliche Figur aufs Deckblatt.

«Ob erstmaliger Besucher oder begeisterter Stammgast – hier finden Sie alles, was Sie über die Basler Fasnacht wissen müssen. Ein kompakter und doch umfassender Führer, der Ihnen dieses einzigartige Volksfest auf unterhaltsame Art näher bringt und nicht zuletzt auch Fasnächtlern selbst eine Fülle an Informationen bietet.» Und der Covertext des Buches hält wirklich, was er verspricht. Nachdem Habicht «Das Besondere der Basler Fasnacht» dem Leser nähergebracht hat, erklärt er in lockerer Form den Ablauf der drey scheenschte Dääg, vom Ladäärneyypfyffe bis zum Ändstraich. Als Historiker widmet er sich liebevoll dem Thema «Geschichte». Hier wird mancher Fasnächtler erstaunt feststellen, dass ihm so manches Detail nicht bekannt ist. An die Besucher wendet sich die Rubrik «Auf einen Blick». Sie werden hier, ohne mahnenden Zeigefinger darauf hingewiesen, wie sie sich verhalten sollten – etwa mit dem Hinweis «Lassen Sie die Pappnase zu Hause».

Sympatisch ist, dass der Autor baseldeutsche Ausdrücke im Text nicht ins Schriftdeutsche übersetzt. So steht beispielsweise in Kursivschrift «e Gschprützte», in Klammern dann die Erklärung «Weissweinschorle». Zudem werden die Dialektwörter am Schluss im «Glossar» ausführlich erklärt, und zwar von «aagfrässe» über «gässle» bis «Zug». Die 22 wunderschönen farbigen Illustrationen von Fredy Prack lockern das Ganze zusätzlich auf.