Gut hat er geschlafen, der Schaggi Zumschtai. In seinem Clown-Kostüm liegt der Gugge-Trompeter nach der Fasnacht auf einer Parkbank und lässt die schönsten Erinnerungen im Traum nochmals Revue passieren. Doch dann überstürzen sich die Ereignisse: Ein Zirkus schlägt gleich neben der Parkbank seine Zelte auf. Und dieser hat – wie es der Zufall so will – keinen Clown mehr in seinem Programm. Für den Zirkus-Direktor ist der Fall klar: «Sie sehen aus wie ein Clown, also sind Sie ein Clown.» Ist er mitnichten. Schaggi ist Tramführer – und entsprechend chaotisch verlaufen seine Auftritte in der Manege. Bis… ja bis sein Hilferuf an die drei (!) Männer im Mond erhört wird und Frau Fasnacht mit ihren Ueli den Clown aus dem Zirkus rettet.
Wie das funktionieren soll? Oder ob alles doch nur ein Albtraum ist? Das ist bis zum 7. Februar streng geheim. Dann feiert das 29. Kinder-Charivari im Foyer des Theater Basel Premiere. «Die ganze Fasnacht ist doch ein Zirkus», erklärt Dieter F. Wullschleger, Obmann der Vorfasnachts-Veranstaltung, vor den Medien. Stolz stellte er zusammen mit Regisseur Klaus M. Zintgraf heute Ausschnitte des Stückes «Wäär zletscht lacht…» aus der Feder von Jürg Jösslin vor. Geprobt wird in der (kalten) Voltahalle, das ist nicht zuletzt der Aufbauten wegen ein Glücksfall. Denn auf die Bühne wird Zirkusluft gezaubert. Dafür verantwortlich ist auch der teilnehmende Quartier-Circus Bruderholz. «Durch deren Ideen wurde die ganze Konstruktion immer gigantischer», erzählt Wullschleger – und fügt schelmisch an: «Den Vergleich mit der Aida-Aufführung im Joggeli müssen wir nicht scheuen.»
In der Tat machten die kurzen Einblicke Lust auf mehr. Dafür garantieren bekannte Namen. «Ich bin stolz darauf, dass unser Team seit Jahren praktisch unverändert ist», so Wullschleger. Das Schauspiel-Ensemble mit Majda Kanlic, Lena Einsele, Marinette Oeggerli, Matthias Keller, Robin Nidecker, Silvio Fumagalli und Reinhard Stehle wurde durch Zora Füzesi, Cynthia Mira, Kurt Walter (vom grossen Charivari-Bruder) und Yves Geng ergänzt. Letzterer, erzählt Wullschleger nebenbei, habe sich per Mail offiziell für die Medienorientierung abgemeldet: «Ich würde gerne kommen, habe aber leider Schule.» Kinder-Vorfasnacht pur! Und die brauche es in Basel, so der Obmann. Das sei auch für die Sponsoren Migros-Kulturprozent und die Christoph Merian Stiftung wichtig, die in diesem Jahr mit dem Rotary-Club Basel-Riehen sowie dem TCS beider Basel zwei Co-Sponsoren neu an ihre Seite bekommen haben. «Ohne Sponsoren wäre das Kinder-Charivari tot», sagt Wullschleger. Stolz verweist er im Gegenzug darauf, dass die Ticketpreise (Eintritt und Garderobe für 15 Franken) seit über zehn Jahren unverändert seien. Der Vorverkauf beginnt am 6. Januar.
Auch sonst gibt es viele bewährte Kräfte, die für ein erfolgreiches Kinder-Charivari 2004 sorgen werden: Da ist zum einen die Guggemusig Schänzli-Fäger (Wullschleger: «Die guten Feen auf und hinter der Bühne»), der Comité-Schnitzelbangg Gluggersegg («Ein Bangg der leisen Töne») sowie die Knochestampfer Waggis. Sie hatten im vergangenen Jahr als erste Wagenclique einen Auftritt an einer Vorfasnachts-Veranstaltung – dies habe ihnen derart gefallen, dass heuer eine Neuauflage angesagt ist. Natürlich dürfen auch die Kinder der Tagesschule Kleinhüningen («in tierisch tragenden Rollen») nicht fehlen – und für viel Fasnachtsmusik sorgt die Junge Garde der Muggedätscher.



