«Räppli-Jagd» im Rheinhafen – oder wenn ein Kindertraum zum Albtraum wird

3. Januar 2003 | Von | Kategorie: Nachrichten

Gleich spannend wie in Erich Kästners Kinderroman «Emil und die Detektive» geht es im neuen Programm vom Kinder-Charivari zu. «Räppli-Jagd» heisst das Stück von Jürg Jösslin. Wobei das Wort Räppli zwei Bedeutungen hat, wie Dieter F. Wullschleger, seit neun Jahren Obmann des Kinder-Charivari, an der Medienkonferenz im Verkehrsgarten der Basler Kantonspolizei erklärte. Einerseits sind es Räppli oder schriftdeutsch Konfetti, wie man sie an der Fasnacht kennt. Andrerseits ist es Geld, wobei der Begriff «Räppler» den meisten nur noch als Glücksbringer bekannt ist.

Die Geschichte spielt, wie immer, im Kleinbasel. Dort wohnt die Familie Pfannestiil. Vater Robi arbeitet in einer chemischen Fabrik, die Mutter ist Hausfrau. Ihr Sohn Marc ist ein eingefleischter FCB-Fan. Seine kleine Schwester Hanna mit Leib und Seele Fasnächtlerin. Entgegen jeder Kleinbasler Tradition lernt sie das Trommeln. Nun darf sie dieses Jahr erstmals in der Jungen Garde der Dintefässli mittrommeln. Die Eltern haben ein ganzes Jahr lang für eine Trommel gespart. Als Hanna endlich beim Trommelbauer ihr Instrument abholen kann, beginnen die Schwierigkeiten.

Der Vater muss an diesem Tag die Schicht eines erkrankten Kollegen übernehmen. Unter der Bedingung, mit dem Tram zu fahren, darf Hanna alleine gehen. Doch sie nimmt das Velo, um schneller dort zu sein. Dabei baut sie einen Unfall mit einem Töfflifahrer, welcher ihr dabei noch einen grossen Teil des Geldes stiehlt. Und ohne Geld gibt es keine Trommel. Doch wie soll sie das zu Hause erklären? Zusammen mit ihrer Schulfreundin Laura und Bruder Marc, der ihr auf die Schliche kommt, geht es auf die Suche nach dem Räuber. Ihr Weg führt sie in den Rheinhafen, wo sich Marc gut auskennt, weil er dort immer verbotenerweise mit dem Töff herumfährt. In einem Schuppen finden sie drei Ganoven. Die Kinder belauschen sie, wie diese einen Banküberfall planen. Gerade als die drei Ganoven beraten, wann der Überfall stattfinden soll, geht eine Guggemuusig auf Marschübung vorbei, so dass sie nichts verstehen. Also postieren sie sich an der Fasnacht vor der Bank und warten, warten, warten…, während ringsum tolles Fasnachtstreiben herrscht.

Wie die Sache schliesslich doch zu einem guten Schluss kommt, welche Rolle der Schulpolizist, die Guggemuusig und ein Waggiswagen bei der Lösung spielen, das wurde noch nicht verraten.

Die Hauptrolle der Hanna spielt wieder Lena Einsele, «unser Charivari-Myysli», wie Wullschleger sie liebevoll nennt. Mit ihr dabei sind Majda Kanlic als Freundin Laura, Matthias Keller als Bruder Marc und Robin Nidecker. Die Erwachsenen sind Marinette Oeggerli (bekannt als ehemaliges Charivari-Männli), Reinhard Stehle und Silvio Fumagalli. Neu dabei sind die Kinder der 2. Klasse der Tagesschule Kleinhüningen. Für fasnächtliche Ambiance sorgen die Junge Garde und Binggis der «Muggedätscher» und wie schon seit Jahren die Guggemuusig «Schänzli-Fäger». Der Comité-Bangg «Gluggersegg» spielt die Ganoven, die lieber singen als arbeiten. Besonders stolz ist Wullschleger, dass im Kinder-Charivari mit der Wagenclique «Knochestampfer-Waggis» erstmals Wägeler in einer Vorfasnachts-Veranstaltung teilnehmen werden.

Regie und Produktionsleitung hat erstmals Klaus Michael Zintgraf. Der gebürtige Badenser lebt im Elsass und arbeitet in Basel. Assistiert wird er von Susanne Repka. Illustrationen und Bühnenbild stammen von Christoph Knöll.

Ohne die Hauptsponsoren Migros-Kulturprozent und Christoph-Merian-Stiftung Basel, sowie der Unterstützung durch die Basler Polizei wäre diese Produktion nicht möglich gewesen, wie Wullschleger abschliessend betonte.