«Draumhochzyt», das diesjährige Sujet der Alten Stainlemer gibt weiter zu reden. Durch die
visuelle und verbale Umsetzung des Nahost-Konflikts fühlen sich jüdische Kreise verletzt – der
Vorwurf des Antisemitismus wurde laut. Bereits am Freitag hatte Comité-Statthalter Felix Rudolf
von Rohr gegenüber Basler Fasnacht Online betont, dass das oberste Fasnachts-Gremium die
Angelegenheit sehr genau prüfen werde. Wie Rudolf von Rohr vorgestern ausführte, steht dem
Comité als Sanktionsmöglichkeit aber lediglich die Subventionskürzung zur Verfügung – und
genau dies soll nun geschehen, wie der scheidende Comité-Obmann Alex Fischer in der
Talksendung «Im Gspröch» gegenüber Radio Edelweiss bestätigte.
«Die Umsetzung des Nahost-Konflikts sei schlecht gewesen», wird Fischer in der
Edelweiss-Medienmitteilung zitiert. «Ein Ausschluss vom nächstjährigen Cortège, wie dies
verschiedentlich gefordert worden ist, steht allerdings nicht zur Debatte.» Dazu habe das Comité
laut Fischer keine rechtliche Handhabe, so die Mitteilung weiter.
Rückendeckung erhalten die Alten Stainlemer überraschend deutlich von den Leserinnen und Lesern von Basler Fasnacht Online: Nicht weniger als 54 Prozent sind der Meinung, dass sie die Grenzen nicht überschritten hätten – weitere 16 Prozent gestehen immerhin eine teilweise Verletzung der Regeln ein. «Es ist nicht angebracht, dass die jüdische Gemeinde, sobald sie sich von Fasnächtlern auf den Schlips getreten fühlt, einen Aufstand macht, auch wenn einige der Laternensprüche daneben waren», schreibt ein Leser stellvertretend. Und weiter: «Worte können weh tun. Richtig. Aber Kugeln töten.»
Weitere Informationen:
Artikel von Basler Fasnacht Online vom 14. März
Artikel der jüdischen Wochenzeitung «Tachles»



