Vorhang auf: «Mir gseen duure!», heisst das Sujet der Basler Fasnacht 2003, die vom 10. bis 12. März stattfinden wird.
Es ist bereits Tradition, dass die neue Fasnachtsplakette und das entsprechende Motto in der Zeit zwischen «Oh Tannenbaum» und «Prosit Neujahr» vorgestellt wird. Dabei komme er sich jedes Mal wie ein Theaterdirektor vor, meinte Comité-Obmann Alex Fischer an der Vernissage. Denn man sei immer gespannt, wie das neue Produkt ankommen werde. Die Auswahl traf das Comité bereits am 13. August 2002. Drei Damen und 42 Herren hatten insgesamt 66 Entwürfe eingereicht. Nebst allgemeinen Fasnachtsdarstellungen wurden 25 lokale, nationale oder gar internationale Sujets vorgeschlagen. Ausgewählt wurde ein Entwurf, welcher – dies eine Nouveauté – von zwei Künstlern stammt. Willy Hochueli, ein aktiver Pfeifer der Lälli-Clique hatte die Idee dazu. Daniel Ryser, ein Ur-Berner, der seit zwanzig Jahren in Basel als Gestalter lebt, hat die Umsetzung übernommen.
«Das aktuelle Thema der durchsichtigen Glasfähre im Dalbeloch hat selbstverständlich auch einen symbolischen Sinn», meinte Fischer. «Man kann sich tatsächlich fragen, wer in der Welt von heute den Durchblick noch hat. Was ist noch „transparent“, wie das Modewort heute heisst? Aber ist es nicht die Fasnacht, die auf Durchblick bedacht ist, die das vergangene Jahr, die Probleme und Trends kritisch durchleuchtet und auf ihre ganz besondere Weise darstellt und kritisiert? So ist denn auch das diesjährige Motto zu verstehen: Mir gseen duure!», so Fischer abschliessend.
Comité-Mitglied Felix Rudolf von Rohr begrüsste die Anwesenden im Namen vom FCB. Dieses Kürzel heisse in den nächsten drei Monaten nicht mehr FC Basel, sondern Fasnachts-Comité Basel. Wie immer stellte er die Plakette in Versform vor.
Wirtschaftsflaute, Beerse-Gryyse,
alles duet men aim vermyyse,
stoosch iberal vor digge Wänd.
S luure laufend neyi Gfoore
und dr Durchbligg hesch verloore
und gar nyt isch me transparänt.
Au z Turin – s isch fascht symboolisch –
gseet me nit emol, wo s Gool isch.
Doch, hämmer jetz zem guete Gligg,
e Fääri – neyer, schygger, feyner,
als transparänte Glaas-Container
mit intergraalem Rundum-Bligg.
Grootet d Wält au us de Fuege,
z Baasel kasch no dureluege.
Ganz bsunders in dr Fasnachts-Zyt
zaige mir dr Wääg, dr richtig.
Mit Pointe, Faarbe, Witz und Dichtig
wird hoochgnoo, was im Aarge lyt,
wenn s sy muess, au mit frächer Schnuure.
So haisst s Motto: MIR GSEEN DUURE!
D Blaggedde zaigt is daas Joor rächt,
wie mer mitenander fyyre
und das Schiffli zämme styyre,
uff jeede Fall drey Dääg und Nächt.
Doorum – sott me daas no saage? –
mechte mir an jeedem Graage
d Fasnachtsblaggedde stegge gsee.
Doofiir, fir e jede Frangge,
wämmer jetz scho häärzlig dangge.
d Faasnächtler und au s Comité
Die Blaggedde gelangt am 4. Januar in den öffentlichen Verkauf: Die Preise liegen bei 7 (Kupfer), 14 (Silber) und 45 Franken (Gold). Sie ist nach Ansicht des Comités der Eintrittspreis für die Veranstaltung «72 Stunden The Greatest Show Of The World». Zudem ist für 120 Franken wiederum eine handsignierte und nummerierte 7-Farben-Offset-Lithographie mit dem Blaggedde-Sujet erhältlich. Hergestellt wurde diese im Atelier von Peter Schleiss.
Am 14. Februar 2003 beginnt in Basel die Mustermesse. Wer eine Plakette,
Gold, Silber oder Kupfer besitzt, hat an diesem Tag freien Eintritt zur
«MUBAplus».



