Es war einer der grossen Aufreger, der damals – im Februar dieses Jahres – die Leserbrief-Spalten der Tagespresse füllte: Das Publikum des Zofingerconzärtli – notabene der ältesten Basler Vorfasnachts-Veranstaltung – sorgte in den Gängen des Stadtcasino für eine derart geräuschvolle Kulisse, dass das gleichzeitig stattfindende AMG-Sinfoniekonzert unterbrochen werden musste. Nicht wenige Stimmen gaben danach dem missglückten Versuch eines Casino-Neubaus die Schuld am Desaster. Jetzt liegt die Quittung für die Zofingia auf dem Tisch: «Der Festsaal des Stadtcasino steht de facto nicht mehr zur Verfügung», sagt Philip Schotland. Konkret: Die Casino-Gesellschaft hat nach den eingangs geschilderten Vorkommnissen dem AMG-Konzert den Vorzug gewährt.
Nach über 110-jähriger Tradition wird somit ein Umzug vonnöten: «Die Aufführungen vom 24. bis 26. Februar 2011 werden im grossen Festsaal der Messe stattfinden», so Schotland. Zwar freut sich die Zofingia in der heutigen Medienmitteilung über den neuen Partner, ist sich aber bewusst, dass damit ein erheblicher Mehraufwand auf die Studentenverbindung zukommen wird. «Man darf deshalb auf den Jahrgang 2011 gespannt sein», heisst es verklausuliert.
Die Umzugs-Geschichte in der Basler Vorfasnachtsszene ist damit um ein Kapitel reicher: Nachdem das Drummeli neu ins Musical-Theater übersiedelte, wurde bekannt, dass das «Offizielle Brysdrummle und -pfyffe», bisher im Messe-Festsaal, neu im Volkshaus stattfinden werde. Und nun das «Conzärtli»: «Durch die Mehrkosten durch Wechsel der Lokalität müssen wir den Ticketpreis von bisher 25 auf 35 Franken erhöhen», so Schotland. Letztmals sei der Ticketpreis laut Zofingia vor zehn Jahren erhöht worden.



