Das erste Geheimnis rund um die Fasnacht 2002 ist gelüftet. Heute morgen stellte Alex Fischer, Obmann des Fasnachts-Comités, erst den Medienvertretern, anschliessend den über hundert Cliquen-Obfrauen und -Obmännern in der Safranzunft die neue Blaggedde vor. Das Sujet heisst «FABA.02». Es ist bewusst eine Anlehnung an das Signet der Landesausstellung «expo.02».
Das Jahr 2001 warf seine düsteren Schatten auch auf die Fasnacht. Die vom Comité am 13. August ausgewählte Blaggedde 2002 zeigte den neuen Messeturm. Der Entwurf stammte vom Heimwehbasler Heinz Blum aus Zürich. Die Terroranschläge vom 11. September zwangen das Comité, nochmals über die Bücher zu gehen. Und so kam der ursprünglich auf Platz zwei gelandete Entwurf zum Handkuss, was «für die Blaggedde-Manufaktur Felx Müller AG einen riesigen Mehraufwand bedeutete. Doch die in bester und witziger Absicht gestaltete Plakette wäre von vielen Kreisen nicht goutiert, ja sogar als zynisch verstanden worden», so Fischer. Das Sujet «FABA.02» stammt vom Grafiker Werner Kern. Vorgestellt wurde es, wie immer in Versform, von Felix Rudolf von Rohr:
Arteplage am Rhy!
E guet Blaggedde-Sujet gheert – s isch kuum z betoone –
in Basel zue de feschte Faasnachts-Traditioone,
sit iber nyynzig Joor.
Doch, wemme daasmool fir dr Faasnachts-Mantelgraage
s letscht Joor Revue passiere losst, muess me scho saage,
es kunnt is alle vor,
als kenn me kuum me richtig luschtig syy und gligglig.
Wemme die glaini Wält aaluegt, bestoot d Entwigglig
us Unfäll, Grieg und Gwalt!
So luege mer statt ruggwäärts daasmool lieber fiire.
s stoot jo e bsunders grooss Eraignis vor dr Diire,
wo alle Schwyzer gfallt.
Daas ämmel glaubt dr Bundesroot und s Nelly Wänger.
Doch, wäärde jetz d Finanze jeede Daag wie änger,
denn mergge die jo glyy,
dass nuumme MIIR e zimftig Fescht uff d Schiine bringe
und doorum daas Joor voller Inbrunscht kenne singe:

Wie s uns am Bach im näggschte Hoornig alle wohl isch,
das zaigt s Blaggedde-Wärg vom Werner Kern symbolisch
(vom Müller, wie me waiss).
Das FABA.02-Sujet gits nadyrlig dito
vom Werner Kern als siibe-farbig Offset-Litho
vom Drugger Peter Schleiss.
D Taryyf sinn gstiige, aber doch no oordlig bliibe:
Gold fimfevierzig, Silber vierzää, Kupfer siibe –
Mer hoffe, soo gäbs mee,
zwor nit in EURO, sondern no in guete Frangge.
Verkaufet! Kaufet flyssig! Mer dien häärzlig dangge!
s Fasnachts-Comité
Der Künstler Werner Kern, Jahrgang 1949, ist Tambourmajor bei einer renommierten Stammclique. Er war über lange Jahre deren Laternenmaler und Zugsgestalter. Es ist, nach 1988 («s Wundergüggli»), bereits seine zweite Plakette, die zur Ausführung gelangt. Ist es wohl Ironie des Schicksals, dass er derselben Clique angehört wie der ursprüngliche Sieger Heinz Blum? «Von der expo.02 erwarte ich einen gewaltigen, kreativen Höhenflug. Kreativ nicht nur äusserlich, sondern auch thematisch und wie was realisiert wird. Genau hier sehe ich den Zusammenhang mit der Fasnacht», erklärt Kern zu seinem Entwurf. «Auch diese ist eine Veranstaltung, bei der all diese Attribute zum Zuge kommen. Irgendwie ist die Fasnacht ein Spiegelbild unserer Befindlichkeit. Im Unterschied zur expo.02 kennen wir aber unsere finanziellen Verhältnisse und Budgets genau und haben diese, nicht zuletzt wegen der Blaggedde, im Griff!»
Für alle Fasnachtsfreunde war es von jeher Ehrensache, mindestens eine Blaggedde zu erwerben. Nächstes Jahr kommt noch ein besonderer Anreiz dazu. Die Messe Schweiz wartet für die am 22. Februar 2002 beginnende «mubaplus 2002» (bisher bekannt als Mustermesse) mit einer attraktiven Aktion auf: Wer an der Kasse eine Fasnachtsplakette vorweist, erhält am Eröffnungstag einen Gratiseintritt.
Die Blaggedde 2002 gelangt am 5. Januar in den Verkauf. Die neuen Preise: Kupfer sieben, Silber vierzehn, Gold 45 Franken. Das Litho (200 nummerierte, handsignierte Exemplare) erhält man für 120 Franken.



